Laktoseintoleranz
Laktose – Allergie
Laktose Allergie
Der Begriff Laktose-Allergie oder auch Milchzucker-Allergie wird umgangssprachlich vielfach als Bezeichnung für eine Laktoseintoleranz verwendet. Medizinisch gesehen handelt es sich hierbei aber nicht um eine Allergie, d. h. um eine Reaktion des Immunsystems auf ein körperfremdes Protein, sondern um die Auswirkungen, die durch das Unvermögen des Organismus, Laktose (Milchzucker) in seine Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose zu spalten. Grund dafür ist das Fehlen des Enzyms Laktase. Daher wird Laktoseintoleranz auch nicht als Krankheit angesehen sondern lediglich als angeborener oder erworbener Enzymmangel.
Übersicht
- Symptome
- Milch-Allergie
Symptome
Generelle Symptome einer Laktoseintoleranz sind Völlegefühl, Bauchschmerzen, Krämpfe und Durchfälle. Da Laktose nicht nur in Milchprodukten sondern auch in einer Vielzahl anderer Nahrungsmittel vorkommt, müssen Personen, bei denen eine Laktoseintoleranz nachgewiesen wurde, entweder eine laktosefreie Diät einhalten oder das Enzym Laktase substituieren. Dies kann über die Einnahme von Kapseln oder Kautabletten geschehen.
Milch-Allergie
Nicht zu verwechseln ist daher die Laktoseintoleranz mit der Milch-Allergie (Milcheiweiß). Diese beruht auf der Unverträglichkeit des Organismus gegenüber Kuhmilch. Hierbei kommt es zu einer immunologischen (allergischen) Reaktion des Körpers gegenüber Kuheiweiß (Milcheiweiß). Im Gegensatz zu der Laktoseintoleranz, die in Europa bei etwas mehr als 10 % der Bevölkerung auftritt, ist die Milch-Allergie jedoch eher selten.
Laktosefreie Lebensmittel
Laktosegehalt ausgewählter Lebensmittel
| Lebensmittel | g Laktose/100g |
|---|---|
| Kuhmilch (frisch, H-Milch) | 4,8 – 5,0 |
| Schafsmilch | 4,2 – 5,0 |
| Ziegenmilch | 4,4 |
| Dickmilch | 3,7 – 5,3 |
| Frucht-Dickmilch | 3,2 – 4,4 |
| Joghurt | 3,7 – 5,6 |
| Joghurtzubereitungen | 3,5 – 6,0 |
| Kefir | 3,5 – 6,0 |
| Buttermilch | 3,5 – 4,0 |
| Sahne, Rahm (süß, sauer) | 2,8 – 3,6 |
| Creme fraiche, Creme double | 2,0 – 4,5 |
| Kaffeesahne (10-15% Fett) | 3,8 – 4,0 |
| Kondensmilch (4-10% Fett) | 9,3 – 12,5 |
| Butter | 0,6 – 0,7 |
| Butterschmalz | 0 |
| Milchpulver | 38,0 – 51,5 |
| Molke, Molkegetränke | 2,0 – 5,2 |
| Desserts, Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis | 3,3 – 6,3 |
| Eiscreme | 5,1 – 6,9 |
| Sahneeis | 1,9 |
| Magerquark | 4,1 |
| Rahm- u. Doppelrahmfrischkäse | 3,4 – 4,0 |
| Quark (10 – 70% Fett i.Tr.) | 2,0 – 3,8 |
| Schichtkäse (10-50% Fett i.Tr.) | 2,9 – 3,8 |
| Hüttenkäse | 2,6 |
| Frischkäsezubereitungen (10-70% Fett i.Tr.) | 2,0 – 3,8 |
| Schmelzkäse (10-70% Fett i.Tr.) | 2,8 – 6,3 |
| Kochkäse (0-45% Fett i. Tr.) | 3,2 – 3,9 |
| Hart-, Schnitt- und Weichkäse | laktosefrei bzw. geringe Mengen |
Ersatzlebensmittel
Für laktose- bzw. milchhaltige Lebensmittel gibt es zahlreiche “Ersatzlebensmittel”. Die unten aufgeführten Lebensmittel sind im Naturkosthandel, in Reformhäusern bzw. im Naturkostversand aber auch schon in Supermärkten zu erwerben.
Am sichersten ist eine Ernährungsweise, bei der Sie alle Speisen aus frischen Lebensmitteln selbst zubereiten!
Ersatzlebensmittel für Milch und Milchprodukte
- Mandelmilch
- Sojagetränke
- Sojatrunk
- Reismilch
- Reisdrink
- Haferdrink
- Sojaghurt
- Sojadessert
- Sojacreme
Milch- und Laktosefreier Brotbelag
- Marmelade, Honig, Zuckerrübensirup, Melasse, Apfelkraut, Birnenkraut
- Mandelmus, Sesammus, Nussmus
- Pflaumenmus, Apfelmus
- Obst (z.B. Banane)
- Gemüse (z.B. Paprika, Radieschen, Tomaten)
- vegetarische Brotaufstriche
- kalter Braten, Roastbeef, Corned Beef
- Wurst (Inhaltsstoffe erfragen!)
- Krabben, Makrele
- Rührei, gekochtes Ei, Spiegelei
- Tofupastete, Tofuscheiben
Erlaubte Fette
- Margarine, laktosefrei
- Butterschmalz
- naturreine Pflanzenöle
Laktose – Ursachen und Sypthome
Ursachen

Die Laktose-Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) entsteht durch einen Mangel des Enzyms Laktase in der Dünndarmschleimhaut. Es gibt verschiedene Formen des Laktase-Mangels:
Der angeborene Laktase-Mangel wird autosomal-rezessiv vererbt, das heißt: Er wird nur vererbt, wenn beide Eltern einen angeborenen Laktase-Mangel haben. Diese Form des Laktase-Mangels kommt deshalb nur sehr selten vor. Die Betroffenen besitzen von Geburt an überhaupt keine Laktase in ihrem Körper, was zu schweren Durchfällen und Entwicklungsstörungen führt.
Der primäre Laktase-Mangel ist die häufigste Form der Laktose-Intoleranz und in der Weltbevölkerung der Normalfall: Im Laufe des Kindes- oder Jugendalters sinkt die Laktase-Aktivität, wodurch Milchzucker schwerer vertragen wird als noch im Säuglingsalter.
Der erworbene (sekundäre) Laktase-Mangel entsteht als Folge anderer Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Dazu zählen:
- Erkrankungen des Dünndarms (Sprue, Morbus Whipple, Morbus Crohn)
- große Magen- oder Dünndarmoperationen
- Infektionen des Magen-Darm-Trakts (dadurch kann es zu einer vorübergehenden Laktose-Intoleranz kommen)
Symptome
Die Beschwerden einer Laktose-Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) treten in der Regel unmittelbar oder einige Stunden nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten (z.B. Käse, Sahne, Eis, Schokolade) auf.
Typische Symptome sind:
- Knurren und Unruhe im Magen
- Blähungen
- Übelkeit
- Durchfall oder Verstopfung
- krampfartige Bauchschmerzen (Bauchkoliken)
Allerdings können auch Symptome auftreten, die nicht auf den Magen-Darm-Trakt bezogen und daher eher unspezifisch sind:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Gliederschmerzen
- Akne
Manche Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit sind nur beschwerdefrei, wenn sie gar keinen Milchzucker zu sich nehmen. Andere vertragen zumindest geringe Mengen an Laktose.
Laktoseintoleranz
Laktose-Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)

Beschreibung
Milchzucker (Laktose) ist ein natürlicher Bestandteil der Milch und ein sogenannter Zweifachzucker, das heißt: Er besteht aus zwei einzelnen Zuckerbausteinen – Glukose und Galaktose. Damit der Milchzucker im Dünndarm aufgenommen werden kann, muss er zuerst in diese beiden Bausteine zerlegt werden. Normalerweise ist das Enzym Laktase, das sich in der Dünndarmschleimhaut befindet, für diese Spaltung zuständig.
Menschen mit einer Laktose-Intoleranz sind jedoch nicht in der Lage, Milchzucker in seine Einzelbestandteile zu zerlegen: Ein Mangel am Enzym Laktase verringert die Fähigkeit zur Spaltung des Zuckers. Der Milchzucker bleibt im Darm, bindet Wasser, und es kommt zu Durchfall. Zusätzlich verwerten Darmbakterien den ungespaltenen Zucker, wodurch Darmgase (Blähungen) entstehen.
Häufigkeit
Die Mehrzahl der Weltbevölkerung kann Milchzucker nach dem Säuglingsalter nicht mehr vollständig verwerten – die Laktose-Intoleranz ist also hier der Normalfall. In asiatischen Ländern beispielsweise fehlt fast allen Menschen das Enzym zur Spaltung des Milchzuckers. Daher findet man in diesen Regionen auch keine Milch- oder Käseprodukte auf dem Speiseplan. In Mitteleuropa leiden schätzungsweise über 15 Prozent der Bevölkerung an einer Laktose-Intoleranz. Nicht zu verwechseln ist die Milchzuckerunverträglichkeit mit einer Allergie gegen Milchprodukte.
