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Lungenkrebs

Lungenkrebs – Therapie

Therapie von Lungenkrebs

Der Behandlungsplan muss individuell angepasst sein

Für die Therapieplanung sind die Art des Lungenkrebses – kleinzellig oder nichtkleinzellig – und die Tumorausbreitung von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist, für jeden Betroffenen einen individuell angepassten Behandlungsplan aufzustellen.

Weiterhin beeinflussen der Gesamtgesundheitszustand und auch das Alter des Patienten die Therapieentscheidung.

Zur Behandlung des Bronchialkarzinoms stehen folgende Therapieformen zur Verfügung:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie.

Wichtig ist, für jeden Betroffenen einen individuell angepassten Behandlungsplan aufzustellen.

Operation

Operationen kommen infrage, wenn der Tumor eine bestimmte Größe noch nicht überschritten hat und keine Fernmetastasen (Absiedlungen von Krebszellen in anderen Organen) existieren. Mit dem operativen Eingriff sollen die Geschwulst und möglicherweise befallene Lymphknoten komplett entfernt und damit eine Heilung erreicht werden. Speziell für das lokalisierte nichtkleinzellige Bronchialkarzinom stellt die Operation eine Behandlungsoption dar. Wird der kleinzellige Bronchialkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, so kann auch hier eine Operation durchgeführt werden.

Voraussetzungen für einen Eingriff sind die gute körperliche Verfassung des Patienten und die Sicherstellung einer ausreichenden Atemfunktion nach der Operation. Zudem dürfen benachbarte Organe wie Speiseröhre oder größere Gefäße dadurch nicht gefährdet werden. Sollte dies nicht gewährleistet sein, sind andere therapeutische Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen.

Bei der Operation wird das tumoröse Geschwür einschließlich eines “Sicherheitssaumes” aus gesundem Gewebe entnommen. Oft erfolgt die Entfernung eines Lungenlappens (Lobektomie). Die linke Lunge besteht aus drei und die rechte Lunge aus zwei derartigen Abschnitten – aus jeweils einem Ober- und Unterlappen, die linke Lunge zusätzlich aus einem Mittellappen. In manchen Fällen entnehmen die Operateure einen ganzen Lungenflügel (Pneumektomie), d.h. die komplette linke oder rechte Lunge. Es gibt jedoch mittlerweile operative Verfahren, durch welche Lobektomien vermieden werden können.

Lässt sich der gesamte Tumor durch die Operation entfernen, ist im Anschluss keine weitere Behandlung nötig. Sind Krebszellen in umgebenden Lymphknoten oder tumoröses Restgewebe nachweisbar, kann eine Strahlentherapie (adjuvante Strahlentherapie) folgen. Die Sicherstellung, ob die komplette Geschwulst entfernt wurde, erlangt man durch eine Untersuchung des entnommenen Gewebes unter dem Mikroskop (histologische Untersuchung).

Durch die Entfernung von Lungenabschnitten wird die Atemfläche des Betroffenen verringert, was bei einer voroperativ ausreichenden Lungenfunktion eigentlich kein Problem darstellt. Nach dem Eingriff können besondere atemgymnastische Methoden helfen, die Funktion der Lungen und damit die Lebensqualität des Patienten wiederherzustellen.

Strahlentherapie

Der Strahlentherapie kommt besonders dann große Bedeutung zu, wenn ein nichtkleinzelliger Bronchialkrebs nicht operabel – da zu groß – ist oder nach erfolgter Operation noch verbliebenes Tumorgewebe vermutet wird. In Kombination mit einer Chemotherapie wird die Bestrahlung auch bei manchen kleinzelligen Lungenkarzinomen eingesetzt.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Anwendung der Strahlentherapie ist die genaue Lokalisation des Tumors. Dieser wird dann mit hochbeschleunigten Teilchen (Megavolt) bestrahlt, was die Krebszellen abtötet. Um Beschädigungen des gesunden Gewebes zu vermeiden, geschieht die Bestrahlung häufig in mehreren Sitzungen; dabei sind die Einzeldosen geringer. Die Bestrahlung selbst dauert nur wenige Minuten, die komplette Behandlung erfolgt aber über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Dazu sind nur kurzzeitige Aufenthalte im Krankenhaus nötig. Manchmal werden Bestrahlungen auch vor einer Operation durchgeführt. In diesen Fällen soll der Tumor verringert und so durch einen operativen Eingriff komplett entfernbar gemacht werden.

Beim kleinzelligen Bronchialkarzinom wird nach wirkungsvoller Chemotherapie häufig auch der Kopf vorsorglich mitbestrahlt, um ein Bestehen von Tochtertumoren (Metastasen) im Gehirn zu verhindern. Diese entstehen dort besonders oft, sodass eine Bestrahlung des Kopfes ein erneutes Auftreten von Krebszellen vermeiden hilft.

Chemotherapie

Die Chemotherapie macht sich eine besondere Eigenschaft der Krebszellen zunutze: das schnelle Wachstum. Die verwendeten Medikamente (Zytostatika) hemmen das Zellwachstum und führen so zum Zelltod. Davon sind besonders die schnellwachsenden Krebszellen betroffen.

Vor allem bei der Behandlung des kleinzelligen Bronchialkrebses hat die Chemotherapie ihre Effektivität unter Beweis gestellt. Diese Form des Lungenkarzinoms zeichnet sich durch ein schnelles Wachstum und eine hohe Rate an Tochtergeschwülsten aus. Auch bei operativer Entfernung eines kleinzelligen Bronchialkarzinoms erfolgt eine Chemotherapie vor und nach dem Eingriff, um verbleibende Krebszellen abzutöten.

Zur Zeit überprüft eine Reihe von Wissenschaftlern in Studien, ob die Kombination aus Chemotherapie und Operation und/oder Strahlentherapie zur Behandlung eines nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms geeignet ist.

Auch zur Behandlung der Absiedlungen von Krebszellen in anderen Organen – so genannten Fernmetastasen – greifen Mediziner auf die Chemotherapie zurück, vorausgesetzt, dass der Patient in einer guten körperlichen Verfassung ist. Allerdings dient die Chemotherapie dann der Lebensverlängerung und Symptombesserung und beugt damit einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Patienten vor. Eine Heilung ist in dieser Phase so gut wie unmöglich.

Zusammenfassung

Die am häufigsten verwendete Therapieform beim kleinzelligen Bronchialkarzinom ist die Chemotherapie. Nur in seltenen Fällen kommen Operation oder Strahlentherapie allein zum Einsatz. Die Strahlentherapie wird auch zur Bestrahlung des Kopfes eingesetzt, um Hirnmetastasen zu verhindern.

Welche Therapie beim nichtkleinzelligen Lungenkrebs genutzt wird, hängt unter anderem von der Größe des Tumors ab. Ist die Tumorausdehnung begrenzt und haben sich noch keine Fernmetastasen gebildet, kann eine operative Entfernung des Tumorgewebes Heilung bringen. Bei nicht komplett entnommenen sowie größeren Geschwülsten wird die Strahlentherapie angewendet. Sie kann auch vor der Operation zur Verkleinerung des Tumors eingesetzt werden. Bestehen Fernmetastasen, sind Chemotherapien angezeigt. Eventuell gibt es künftig kombinierte Therapiestrategien, bei denen eine Kombination aus Chemotherapie mit Operation und/oder der Bestrahlung durchgeführt wird.

Lungenkrebs – Früherkennung

Früherkennung Lungenkrebs

Bronchoskopie – Spiegelung der Atemwege

Zeigen sich Auffälligkeiten im Röntgenbild oder weisen Symptome wie anhaltender Reizhusten und Blutbeimengungen im Auswurf auf Veränderungen im Bronchialsystem hin, ist eine Spiegelung der Atemwege angesagt.

Bronchoskopie – Spiegelung der Atemwege

Diese Untersuchung erlaubt dem Arzt, Veränderungen der Bronchialschleimhaut zu erkennen und Gewebeproben zur weiteren Untersuchung zu entnehmen. Manchmal können auch Frühformen von Lungenkrebs entdeckt werden, bevor sie sich im Röntgenbild zeigen.

Bei der Bronchoskopie kann der Arzt gezielt Gewebe entnehmen

Bei der Untersuchung wird ein schlankes, biegsames Spezial-Endoskop durch die Nase oder den Mund in die Luftröhre und dann weiter in die Bronchien eingeführt. Es enthält eine Optik, welche die Betrachtung der Bronchialschleimhaut ermöglicht sowie Instrumente mit denen der Arzt gezielt Gewebeproben entnehmen kann. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Bronchien zu spülen – eine so genannte Bronchiallavage durchzuführen. Die Spülflüssigkeit kann dann auf vorhandene Krebszellen oder Krankheitserreger untersucht werden.

Am Vorabend nichts essen und nicht rauchen

Die Bronchoskopie wird heute in der Regel ambulant vorgenommen. Um Komplikationen auszuschließen, werden vor der Untersuchung ein Röntgenbild des Brustkorbes und ein EKG angefertigt, die Lungenfunktion bestimmt und der Gerinnungsstatus überprüft. Bei einigen Patienten löst die Bronchoskopie einen Würgereflex aus. Damit dabei kein Mageninhalt in die Atemwege gelangt, muss der Patient unbedingt nüchtern sein. Am Vorabend der Untersuchung darf nach 22 Uhr nichts mehr gegessen und auch keine Zigarette mehr geraucht werden.

Die Bronchoskopie und die Probenentnahme sind schmerzlos

Eine Vollnarkose ist bei der heutigen Untersuchung mit dem flexiblen Bronchoskop in der Regel nicht notwendig. Zur Beruhigung können Patienten aber ein Beruhigungsmittel erhalten.

Nach Aufsprühen eines Betäubungsmittels auf die Schleimhäute von Nase oder Mund und Rachen schiebt der Arzt das etwa bleistiftdicke Bronchoskop vorsichtig bis in die Bronchien. Dabei kann man ganz normal atmen, da neben dem Instrument genug Raum für die Atemluft bleibt. Sprechen ist allerdings nicht möglich, weil das Instrument in der Stimmritze liegt. Die Spiegelung der Bronchien selber und auch die Probenentnahme sind schmerzlos, da die Bronchien keine Schmerzfasern haben. Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Danach bleibt der Patient noch etwa zwei Stunden unter Beobachtung. Essen und trinken darf der Betroffene erst nach etwa vier bis sechs Stunden, da der Rachen noch betäubt ist und das Risiko sich zu verschlucken hoch ist. Wer Medikamente zur Beruhigung bekommen hat, darf für 12 bis 14 Stunden nicht selbst Auto fahren.

Gibt es Komplikationen?

Schwerere Komplikationen sind bei der heutigen Untersuchungstechnik sehr selten, besonders wenn Risikopatienten mit erhöhter Blutungsneigung, schlechter Lungenfunktion oder Herzrhythmusstörungen ausgeschlossen werden. Am häufigsten kommen Blutungen vor, die aber meist noch während der Untersuchung gut beherrscht werden können.

Verschiedene Untersuchungstechniken bei Ihrem Arzt:

Jedem Symptom, das auf einen Lungenkrebs hindeuten kann, muss nachgegangen werden. Dafür stehen neben dem Röntgenbild der Lunge zwei weitere einfache und wichtige Untersuchungen zur Verfügung:

  • Abhören der Lunge (Auskultation)
  • Untersuchung des morgendlichen Auswurfs (Sputum).

Die Strahlenbelastung bei der Röntgen-Untersuchung stellt für viele ein Problem dar. Allerdings sind die technischen Geräte mittlerweile so weit entwickelt, dass die Aufnahme eines Röntgenbildes etwa eine vergleichbare Strahlenbelastung aufweist wie ein Transatlantik-Flug.

Was sieht der Arzt im Röntgenbild?

  • Die Lungen stellen sich als nahezu durchscheinendes, von wenigen Linien und Strukturen durchzogenes Gewebe dar.
  • Ein Röntgenbild gibt nicht nur Auskunft über die “innere Beschaffenheit” der Lunge, sondern sagt auch aus, welche Ausmaße sie hat, wie der Verlauf der Hauptbronchien ist und wie groß das Herz ist (ob es gesund erscheint).
  • Die “innere Beschaffenheit” der Lunge kann von vielen Faktoren beeinflusst oder gestört werden. Dazu zählen Bindegewebsvermehrung und Verwachsungen in der Lunge (Fibrose des Lungengewebes), Einlagerung von Wasser (Ödem) und einzeln lokalisierte und konzentrierte Veränderungen, wie sie beim Lungenkrebs ? aber auch bei einer abgelaufenen Lungentuberkulose – auftreten. Diese Erscheinungen sind im Röntgenbild als Verdichtungen zu erkennen.
  • Eine oft kreisrunde Verschattung – im Röntgenbild als grau-weißer Fleck zu erkennen – lässt bis zum Beweis des Gegenteils die Verdachtsdiagnose auf einen Lungenkrebs zu. Dabei muss die Größe des “Flecks” mindestens 1 bis 2cm betragen, um entdeckt zu werden.
  • Liegt das auffällige Gewebestück allerdings im Bereich des Herzschattens oder im Schatten eines der großen Blutgefäße, entgeht es dem Diagnostiker leicht. Das bedeutet, dass ein unauffälliges Röntgenbild keinesfalls den Verdacht beseitigt.

Ergänzende oder weiterführende Untersuchungsmethoden:

  • Lungenfunktionsprüfung: Sie gibt Auskunft über die Luftmenge, die von der Lunge in einem bestimmten Zeitraum bewegt werden kann. Einige Messungen während weniger Atemzüge geben dem Arzt Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Lunge. Diese Untersuchungsmethode wird nicht nur zur Erkennung von Lungenerkrankungen durchgeführt; auch vor großen Operationen ist sie erwünscht, wenn die behandelnden Mediziner wissen wollen, wie belastbar Ihre Lunge ist.
  • Computertomographie (CT): Bei der CT wird der Brustkorb (Thorax) in vielen Schichtbildern dargestellt, er wird quasi scheibenweise abgebildet. Dadurch lassen sich auch kleinere als im Röntgenbild sichtbare Herde erkennen. Die CT kann wie auch das Röntgenbild einen Verdacht erhärten.
  • Mikroskopische Untersuchungen: Eine genaue Betrachtung auffälligen Gewebes unter dem Mikroskop (Histologie) bringt Gewissheit, ob Krebs vorliegt oder nicht. Sie ist letztendlich die sicherste Methode, um festzustellen, ob gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Veränderungen bestehen.
  • Gewebeentnahme (Biopsie) bei der Bronchoskopie: Sie ist die Voraussetzung für eine mikroskopische Begutachtung; verdächtiges Gewebe wird z.B. während der Bronchoskopie gewonnen. Lassen sich Krebszellen im Gewebematerial nachweisen, ist die Diagnose gesichert. Finden sich allerdings keine, schließt dies nicht zwangsläufig die Diagnose Lungenkrebs aus! Bestätigt sich der Verdacht auf einen Lungenkrebs, ist umgehendes Handeln notwendig.
  • Die Autofluoreszenz-Bronchoskopie ist ein modernes Verfahren, bei dem nicht nur weißes Licht, sondern zusätzlich blaues Laserlicht genutzt wird. Fällt das monochrom blaue Licht auf gesunde Schleimhaut, sieht diese auf dem Bildschirm grünlich aus. Trifft es auf verdächtige Bezirke, erscheint dunkel gefärbtes Gewebe auf dem Monitor. Die Farbveränderungen basieren auf bestimmten Substanzen in der Schleimhaut der Bronchien, die durch das blaue Licht angeregt werden, zu fluoreszieren.
  • Eine weitere relativ junge Methode zur Früherkennung von Bronchialkrebs ist die automatisierte Sputum-Zytometrie (ASZ): Hierbei wird der DNA-Gehalt von Zellkernen aus dem Speichel untersucht. Dabei ergeben sich charakteristische Muster, die als gesund oder ungesund (pathologisch) gewertet werden können. Experten zufolge könnte sich die ASZ als eine Methode für ein so genanntes Massenscreening für Tausende von Risikopatienten eigenen.
  • Knochenszintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie: Ist eine Krebserkrankung gesichert, müssen mit diesen Untersuchungsmethoden Metastasen ausgeschlossen bzw. gefunden werden.

Generell ist es schwierig, einen Lungenkrebs frühzeitig zu erkennen. Moderne Methoden wie die automatisierte Sputum-Zytometrie, die durch ein computergestütztes Verfahren große Mengen an Probematerial verarbeiten kann und die Autofluoreszenz-Bronchoskopie bieten zukünftig möglicherweise die Chance auf einen frühzeitigen Behandlungsbeginn durch rechtzeitige Diagnose. Besonders bei Vorliegen eines nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms ist der Zeitgewinn für die Behandlung bedeutsam!

Lungenkrebs kann ein sehr vielfältiges Beschwerdebild aufweisen und die Symptome ähneln oftmals anderen Lungenerkrankungen. Werden Sie deshalb selbst aktiv, wenn Sie Beschwerden haben, die zwar harmlos erscheinen, aber längere Zeit andauern!

Lungenkrebs – sicher erkennen

Lungenkrebs sicher erkennen

Modernste Technik jetzt per Rezept

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Zur sicheren Diagnose ist die Kombination zweier moderner bildgebender Verfahren, kurz PET/CT genannt, am besten geeignet. Doch die Kosten für die teure Diagnostik-Methode wurden bislang in Deutschland nur selten von den Kassen übernommen. Das könnte sich jetzt ändern.

In einem Vorstoß hat die Techniker Krankenkasse mit zwei Fachzentren eine Initiative zur besseren Erkennung und Behandlung von Lungenkrebs gestartet. Spezialisten vom Diagnostisch Therapeutischen Zentrum (DTZ) Berlin und von der HELIOS Lungenklinik Heckeshorn in Berlin werden gemeinsam mit der Krankenkasse ihre Kräfte bündeln. Fachkompetenz auf der einen Seite – Kostenübernahme auf der anderen.

Die TK erklärt sich in dem neuen Vertrag erstmalig bereit, auch ambulante Untersuchungen mit dem PET/CT-Verfahren (Positronen- Emissions- Tomographie/ Computertomographie) zu erstatten. Diese innovative Technik kann Krebsgewebe ab einer Größe von mehr als drei Millimetern sicher erkennen und genau lokalisieren. Auch Metastasen lassen sich damit am besten aufspüren. Eine Untersuchung von Kopf bis Fuß dauert etwa eine halbe Stunde. Sie erspart Patienten den mühsamen Lauf durch eine ganze Reihe alternativer Diagnose-Verfahren, die zudem viel weniger zuverlässige Aussagen erlauben. Nicht selten wird damit eine Operation auf Verdacht unnötig. „Die Ärzte sollen vorher wissen, was zu tun ist”, so Dr. Frank Reibe von der Techniker Krankenkasse bei der Vorstellung des Vertrages in Berlin.

Auch Prof. Wolfgang Mohnike vom DTZ sieht in der neuen Zusammenarbeit große Vorteile: „Dieser Vertrag bedeutet für unsere Krebspatienten einen gewaltigen Fortschritt. Diagnostische Lücken können vermieden und Therapien durch ein schnelles und klares Bild der Krankheit optimiert werden.”

Fachleute gehen davon aus, dass andere Krankenkassen bei der Finanzierung von ambulanter Diagnostik mittels PET/CT bald nachziehen werden. Und möglicherweise lassen sich vergleichbare Regelungen auch für weitere medizinische Anwendungsbereiche der Hightech-Methode finden.

Lungenkrebs – Warnsignale

Warnsignale Lungenkrebs

Folgende Symptome sollten Sie kennen

Lungenkrebs verursacht zunächst keine Beschwerden. Oft wird er bei Routine-Untersuchungen, z.B. Operationsvorbereitungen mit Anfertigung eines Lungen-Röntgenbildes oder bei Gesundheits-Checks, entdeckt.

Beschwerden treten häufig erst auf, wenn der Tumor bereits eine gewisse Größe erreicht hat oder in ein benachbartes Blutgefäß eingebrochen ist.

Es gibt Symptome, die für Lungenkrebs sprechen und bei deren Auftreten sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte, damit dieser eine gründliche Untersuchung einleitet.

Leitsymptome für Lungenkrebs

Als Leitsymptome gelten:

  • Sie haben seit Jahren chronischen Husten, der sich auf einmal verändert.
  • Sie haben vorwiegend morgens nach dem Aufstehen Husten mit Auswurf – nach einer 10- bis 20-jährigen Raucherkarriere.
  • Sie entdecken Blut im Auswurf.
  • In letzter Zeit haben Sie gehäuft Infekte mit Beteiligung der Atemwege.
  • Sie sind heiser, die Heiserkeit verschwindet nicht.
  • Sie haben seit einiger Zeit Fieber.
  • Schon bei leichten körperlichen Anstrengungen werden Sie kurzatmig oder entwickeln eine heftige Atemnot.
  • Sie bemerken, dass Sie in letzter Zeit kontinuierlich an Gewicht verlieren. Außerdem fühlen Sie sich weniger leistungsfähig als früher und leiden unter heftiger Müdigkeit.
  • Sie haben Schmerzen in der Brust.
  • Ihnen fallen Schwellungen im Hals- und Gesichtsbereich auf.

Hinter den beschriebenen Beschwerden kann, muss aber nicht zwangsläufig Lungenkrebs stehen – auch eine chronische Bronchitis oder eine Lungenentzündung können die Ursache sein. Letztendlich bringt nur eine ärztliche Untersuchung Klarheit.

Das bedeutet:

  • Wenn Sie eines der beschriebenen Symptome neu an sich bemerken oder schon seit geraumer Zeit bemerkt haben, gehen Sie zu Ihrem Hausarzt. Er kann Sie zu einem Spezialisten überweisen, welcher die notwendigen Untersuchungen einleitet.
  • Dass Sie keinerlei andere Beschwerden oder Schmerzen verspüren, sollte kein Grund sein, den Termin aufzuschieben. Denn wenn eine Krebserkrankung vorliegt, sollte diese auch schnell behandelt werden. Umso größer ist der Behandlungserfolg!

Lungenkrebs – Risikofaktor Rauchen

Risikofaktor Rauchen

Zigarettenrauch fördert Krebsgeschwüre

Krebs hat viele Gesichter und die Ursachen für seine Entstehung sind vielfältig. Zigarettenrauch aber ist nachweislich ein Risikofaktor für die Entwicklung von Krebsgeschwüren.

Weltweit sterben jährlich etwa fünf Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, eine Million davon an Lungenkrebs. In Europa waren es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahre 2002 allein 1,2 Millionen Menschen, denen der blaue Dunst den Tod brachte. Im Schnitt verkürzen Raucher ihre Lebenserwartung im Vergleich zu Nichtrauchern um bis zu zehn Jahre. Das Risiko, an Krebs zu sterben, steigt für sie mit einem Verbrauch von täglich zwei oder mehr Schachteln Zigaretten um das 12- bis 25-Fache.

Hinzu kommt, dass Rauchen bei Bestehen einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus, Kopfschmerz, Neurodermitis oder anderen Allergien das Krankheitsbild und damit die bestehenden Beschwerden wesentlich verschlimmern kann.

Argumente von Rauchern und der wissenschaftliche Gegenbeweis

Pro Rauchen – Zitate von Rauchern Contra Rauchen – die Wissenschaft beweist
Rauchen sieht schick aus Raucherhaut wird schneller runzlig, wirkt gelblich schimmernd und zerknittert.
Rauchen macht schlank. Rauchen macht krank: Über 50% aller Raucher sterben frühzeitig an durch Tabakkonsum verursachten Erkrankungen, davon mehr als die Hälfte schon im mittleren Lebensalter.
“Ich rauche gern.” Rauchen kann die Entstehung von Depressionen fördern.
Rauchen baut Stress ab. Rauchen beschleunigt die Alterung des Gehirns und erhöht das Risiko für Alzheimer.
Rauchen fördert Kontakte Am Zigarettenkonsum werden im Jahr 2020 weltweit zehn Millionen Menschen versterben.
Rauchen macht sexy. Rauchen kann den Penis um bis zu 8 mm verkürzen: Ursache ist die Verkalkung der Blutgefäße im Penis.
Rauchen macht frei. Das Risiko an einer Atemwegskrankheit zu versterben, ist für Raucher etwa dreimal so hoch wie für Nichtraucher.

Wussten Sie, dass …

  • Tabak radioaktiv ist? Ein starker Raucher (2-4 Schachteln täglich) verabreicht seiner Lunge jährlich die Radioaktivität von etwa 250 Röntgenaufnahmen.
  • Zigarettenqualm das “gegenwärtig gefährlichste luftgetragene Schadstoffgemisch” ist? (Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit)
  • Rauchen die Haut schneller altern lässt?
  • Rauchende Männer eine stark verminderte Fruchtbarkeit zeigen?
  • Ihr Treppenhaus laut Gerichtsurteil kein Ort zum Rauchen ist?
  • Nikotin eine gängige Einstiegsdroge für viel härtere Sachen ist?
  • “Leichte” Zigaretten den gleichen Anteil an Schadstoffen enthalten wie ihre “normalen” Pendants? Lediglich die Zahl der Luftlöcher im Filter ist höher und durchmischt den Rauch mit mehr Luft. Sie inhalieren tiefer und schneller, teilweise steigt der Nikotinkonsum dadurch noch an.
  • Sie im Durchschnitt zehn Jahre Ihres Lebens wegwerfen, wenn Sie rauchen? Nur knapp 60% der Raucher erleben ihren 70. Geburtstag. Zum Vergleich: Bei den Nichtrauchern sind es über 80%.
  • Die Hälfte aller Raucher an ihrer Sucht sterben?

Tipps für die Entwöhnung und den Entzug

  • Den meisten Rauchern fällt das Aufhören schwer. Schuld daran ist das Nikotin, ein starkes Suchtmittel.
  • Setzen Sie sich selbst ein Ziel, aber nicht unter Druck!
  • Wenn Sie die radikale Methode (von heute auf morgen auf das Rauchen zu verzichten) nicht schaffen, suchen Sie Hilfe bei Fachleuten. Ihr Arzt sollte dabei der erste Ansprechpartner sein.
  • Ein Arzt verschreibt Ihnen z.B. das Nikotinpflaster, das entsprechend Ihrem gewohnten Tabakkonsum in verschiedenen Dosierungen angeboten wird.
  • Akupunktur kann zusätzlich angewendet werden, um das Suchtzentrum im Gehirn zu beeinflussen. Als alleinige Therapie allerdings reicht Akupunktur meist nicht.
  • Darüber hinaus gibt es seit einiger Zeit Medikamente auf dem Markt, welche die Nikotinentzugssymptome völlig herabsetzen und damit den Drang nach einer Zigarette bekämpfen sollen. Der Vorteil: Sie enthalten selbst kein Nikotin.
  • Es werden auch Raucherentwöhnungskurse angeboten. Informieren Sie sich hierzu bei Ihrer Krankenkasse.
  • Wichtig ist, dass Partner und Bekanntenkreis mitziehen. Geben Sie bekannt, dass Sie derzeit nicht rauchen. Das bewahrt vor dummen Bemerkungen und setzt Sie selbst nicht zu sehr unter Stress.

Hauptvoraussetzung für eine Entwöhnung ist der eigene Wille!

Kurztest für Raucher

Die folgende Liste zeigt mögliche persönliche Motive, warum Sie ohne den Glimmstängel nicht leben wollen. Ihre Abhängigkeit von der Zigarette ist umso stärker, je mehr Kreuze Sie setzen.

Ich rauche:

  • weil es mir schmeckt
  • aus Spaß
  • aus Gewohnheit
  • damit meine Hände beschäftigt sind
  • weil ich ab und zu eine Kunstpause einschieben möchte
  • weil eine Zigarette Gemütlichkeit ausstrahlt
  • weil mein Körper danach verlangt
  • andere Gründe