Vorsorge G-Z
Was geschieht bei der Vorsorgeuntersuchung?
Bei der Erstuntersuchung der Schwangeren erhebt die Ärztin zunächst eine genaue Anamnese. Neben allgemeinen Fragen zu Gesundheit und möglichen Erkrankungen werden vor allem Fragen zu vorhergehenden Schwangerschaften und Geburten gestellt. Die Ärztin prüft, ob die Schwangerschaft intakt ist und der Embryo in der Gebärmutter sitzt. Folgende Untersuchungen werden durchgeführt:
Einmalige Untersuchungen
- Familien-, Eigen-, Schwangerschafts-, Arbeits- und Sozialanamnese
- Allgemeinuntersuchung
- Berechnung des Geburtstermins
- Gynäkologische Untersuchung (incl. Zervixabstrich zur Untersuchung auf Chlamydia trachomatis)
- Syphilistest
- Trippertest
- Rötelntest
- Bluttest (Blutgruppe, Rh-Faktor, Hb)
- Antikörper-Suchtest (AK)
gegebenenfalls (bei einer Indikation oder auf Wunsch der Schwangeren)
- Toxoplasmose
- Aids-Test
- Hepatitis-Test
- Pap-Abstrich
- bei genetisch bedingtem Risiko: humangenetische Beratung und/oder humangenetische Untersuchung
Untersuchungen, die bei jedem Termin wiederholt werden
- Körpergewicht und Leibesumfang
- Blutdruckmessung
- Urinuntersuchung (Eiweiß, Zucker und Sediment)
- Ultraschalluntersuchung (empfohlen werden drei Ultraschallaufnahmen während der Schwangerschaft)
Die Schwangere wird über den Abstand der wünschenswerten Vorsorgeuntersuchungen informiert und jeweils zum nächsten Termin einbestellt.
Vorgeburtliche Therapie
Vorgeburtliche Therapien des Fötus sind im Einzelfall möglich, wenn bei der pränatalen Diagnostik eine Krankheit des Fötus im Mutterleib festgestellt werden konnte. Einige Krankheiten können unmittelbar nach der Geburt kinderärztlich oder kinderchirurgisch behandelt werden.
Butgruppenunverträglichkeit
Zu den noch vor der Geburt therapierbaren Krankheiten gehört die Blutgruppenunverträglichkeit, die mit einer Bluttransfusion über eine Punktion der Nabelschnur behandelt wird.
Flüssigkeitsstau in Nieren oder Gehirn
Auch ein Flüssigkeitsstau in den Nieren oder im Gehirn des Fötus und Fehlbildungen im Magen-Darm-Trakt sind in besonderen perinatalen Zentren schon vor der Geburt behandelbar.
Herzfehler
Die fetale Echokardiographie erlaubt die zuverlässige Diagnose angeborener Herzfehler auf nichtinvasive und für Mutter und Kind nicht belastende Weise. Mittels hochauflösender Ultraschallgeräte mit Farbdoppler-Ausstattung ist in den Händen geübter Kinderkardiologinnen oder Pränataldiagnostikerinnen die Darstellung des fetalen Herzens ab der 18. Schwangerschaftswoche möglich. Die Qualität dieser speziellen Diagnostik hängt natürlich von der Erfahrung des Untersuchenden ab. Bei angeborenen Herzfehlern kommt es darauf an, sie möglichst frühzeitig zu entdecken – am besten bereits im Mutterleib.
Angeborene Herzfehler zählen zu den häufigsten kongenitalen Fehlbildungen: In Deutschland kommen rund 8.000 Kinder jährlich mit einer strukturellen Anomalie des Herzens zur Welt. Ungefähr 90% von ihnen bedürfen der Korrektur, etwa 70% davon mit operativen Maßnahmen am offenen Herzen. Für ein optimales Ergebnis der Operation ist es wichtig, die Fehlbildung möglichst frühzeitig zu erkennen, am besten bereits vor der Geburt. Das Klinikum rechts der Isar der TU München hat sich auf die fetale Echokardiographie spezialisiert. Durchgeführt wird diese Untersuchung am Ungeborenen in der Kinderklinik und Poliklinik der TUM. Kinderkardiologinnen kooperieren mit Pränataldiagnostikerinnen, Perinatalmedizinerinnen und Gynäkologinnen und gewährleisten so eine optimale übergreifende Fachkompetenz. Je nach Art des Herzfehlers kann das Kind, wenn der Herzfehler erst spät erkannt wird, bis dahin unterschiedlichste Schäden erleiden, beispielsweise chronischen Sauerstoffmangel oder einen kardiogenen Schock. Wurde ein angeborener Herzfehler bereits vorgeburtlich diagnostiziert, kann man für die Entbindung ein Zentrum wählen, in dem Neonatologen und Kinderkardiologen das Neugeborene optimal betreuen können.
Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen des Fötus, wie supraventrikuläre Tachykardie, kann eine vorgeburtliche medikamentöse Therapie über die Mutter für das Kind lebensrettend sein: Vor der Ära der fetalen Echokardiographie, Anfang der 80er Jahre, wurden Kinder mit diesen Problemen oft entweder zu früh, tot oder schwer herzinsuffizient geboren.
Das richtige Krankenenhaus
Ist eine Erkrankung des Fötus im Mutterleib diagnostiziert worden, sollte die Schwangere ein Krankenhaus für die Entbindung auswählen, in dem eine Neugeborenenintensivstation vorhanden ist. Hier können die entsprechenden Fachärztinnen das Baby bei der Geburt entgegen nehmen, um es sofort zu behandeln.
Eine frühzeitig erkannte Erkrankung des Kindes kann Einfluss darauf haben, ob die natürliche Geburt abgewartet wird oder ob die Entbindung per Kaiserschnitt geplant wird.
Vaginale Untersuchung
Die vaginale Untersuchung ist Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung. Wird die vaginale Untersuchung beim ersten Arztbesuch durchgeführt, kann die Ärztin schon früh die ersten Anzeichen für eine Schwangerschaft erkennen.
Gegebenenfalls wird zu Beginn der Schwangerschaft ein Scheidenabstrich gemacht.
Mit einem Teststreifen wird der pH-Wert des Scheidensekretes überprüft. Abweichungen weisen auf eine Scheideninfektion hin. Frauen können auch selbst den pH-Wert des Scheidensekretes überprüfen: Selbstuntersuchungshandschuhe mit pH-Teststreifen gibt es in jeder Apotheke. Diese Untersuchung ist sinnvoll bei einer vorausgegangenen infektionsbedingten Fehlgeburt, drohender Frühgeburt oder vorzeitigen Wehen.
Bei der Untersuchung führt die Ärztin zwei Finger in die Scheide ein und tastet mit der anderen Hand den Bauch ab, um die Größe der Gebärmutter abzuschätzen und die Beckengröße zu beurteilen.
Im Verlauf der Schwangerschaft wird die Ärztin immer wieder prüfen, ob der Muttermund fest geschlossen ist. Dieser darf sich erst kurz vor der Entbindung öffnen.
Urinuntersuchung in der Schwangerschaft
Die entnommene Urinprobe wird im Labor untersucht
Die Urinuntersuchung ist ein fester Bestandteil der Schwangerschafts-Vorsorge. Sie wird bei der Erstuntersuchung und danach bei jeder weiteren Untersuchung vom Arzt durchgeführt. Im Urin lassen sich bestimmte Stoffe wie Eiweiß, Glukose oder Bakterien nachweisen. Der Nachweis dieser Urinbestandteile gibt dem Arzt Hinweise über bestehende Infektionen oder mögliche Risiken, die den Verlauf der Schwangerschaft ungünstig beeinflussen könnten.
Ablauf einer Urinuntersuchung
Für die Urintests auf Eiweiß, Glukose oder Bakterien ist keine besondere Vorbereitung notwendig. Die Schwangere muss in ihrer Arztpraxis lediglich eine Urinprobe abgeben. Bei der Erstuntersuchung wird diese in ein Labor geschickt und dort auf eine bestehende Bakterieninfektion geprüft. Bei diesem und jedem weiteren Vorsorgetermin wird im Urin zusätzlich der Glukose- und Eiweißgehalt kontrolliert. Dazu wird ein speziell behandelter Teststreifen mit der Körperflüssigkeit benetzt. Das Ergebnis liegt nach kurzer Wartezeit vor. Der Eiweißtest kann von schwangeren Frauen auch am Tag der Untersuchung vor dem Termin zu Hause durchgeführt werden. In der Praxis wird das Ergebnis dann gemeinsam mit dem Arzt besprochen.
Wann ist eine Urinuntersuchung sinnvoll?
Während der Schwangerschaft sind Frauen anfälliger für Nieren- und Harnwegsinfektionen. Da diese Infektionen verfrühte Wehen auslösen können, wird der Urin bei der Erstuntersuchung auf entsprechende Bakterien getestet. Auch der Eiweißgehalt im Urin könnte ein Anzeichen einer Infektion sein. Die Urinuntersuchung auf Eiweiß wird jedoch auch durchgeführt, um Nierenleiden aufzudecken oder eine Schwangerschafts-Gestose aufzufinden. Der Glukosetest gibt dem Arzt Informationen darüber, ob die Frau an einem Schwangerschafts-Diabetes leidet.
Komplikationen und Risiken
Zwar birgt die Urinuntersuchung an sich keine gesundheitlichen Risiken, doch lässt sich mit den Testergebnissen eine Erkrankung nicht immer früh genug oder eindeutig erkennen.
Der Zuckergehalt des Urins spiegelt nicht die Verhältnisse im Blut wider. Denn vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel können die Nieren über den Urin Zucker ausscheiden, obwohl die Blutzuckerwerte der Norm entsprechen. Zum anderen scheidet der Körper Zucker erst bei hohen Blutzuckerwerten über den Urin aus, sodass sich ein Diabetes mit einer Urinuntersuchung erst sehr spät entdecken lässt.
Der Eiweißgehalt im Urin kann von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Stress, Kälte oder körperlicher Aktivität beeinflusst werden. Deswegen wird die Treffsicherheit des Streifentests zur Feststellung von Eiweiß im Urin als „gering“ eingestuft. Das bedeutet, dass sich eine Gestose mit dem Test nicht mit letzter Sicherheit erkennen lässt.
Alternativen zur Urinuntersuchung
Zur Früherkennung einer Schwangerschafts-Gestose wird neben der Urinuntersuchung auf Eiweiß auch die Blutdruckmessung angewendet. Eine Diabeteserkrankung kann auch durch einen Bluttest ermittelt werden. Gleiches gilt für Infektionskrankheiten.
Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft sind drei Ultraschall-Untersuchungen üblich
Ultraschall-Untersuchungen werden während der Schwangerschaft im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Sie dienen dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und den voraussichtlichen Geburtstermin festzulegen, den Gesundheitszustand, die Entwicklung und Lage des Kindes zu prüfen sowie den Verlauf der Schwangerschaft zu überwachen.
Die Ultraschall-Untersuchungen auf einen Blick
Drei Ultraschall-Untersuchungen oder Ultraschallscreenings sind Bestandteil der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung. Die Kosten werden von der Krankenkasse getragen:
- Erste Ultraschall-Untersuchung in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche
- Zweite Ultraschall-Untersuchung in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche
- Dritte Ultraschall-Untersuchung in der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche
Bei der ersten Ultraschall-Untersuchung handelt es sich üblicherweise um eine vaginale Ultraschall-Untersuchung (auch Vaginalsonographie oder Transvaginalsonographie), bei welcher der Schallkopf in die Scheide eingeführt wird. Auf diese Weise lässt sich ein besonders klares Bild des Fötus erstellen. Bei den beiden folgenden Untersuchungen bevorzugen Ärzte in der Regel den Bauch-Ultraschall, bei dem der Schallkopf über die Bauchdecke der Mutter bewegt wird (abdominal). Hierbei können größere Abstände betrachtet werden. Der Gynäkologe entscheidet auch anhand der anatomischen Gegebenheiten der Frau, wann welche Methode zum Einsatz kommt.
Wie wird die Ultraschall-Untersuchung vorbereitet und durchgeführt?
Sowohl bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall liegt die Frau auf dem Rücken.
Bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung wird ein stabförmiger Schallkopf in die Scheide der Frau eingeführt. Beim Bauch-Ultraschall wird zunächst der Bauch der Schwangeren mit einem kühlen Gel bestrichen. Durch das Gel können die Schallwellen des Ultraschalls leichter in das Innere des Körpers gelangen. Anschließend bewegt der Arzt den Schallkopf über den Bauch. Die Signale des Geräts werden auf einen Bildschirm übertragen, auf dem ein Bild der inneren Organe dargestellt wird.
Auch wenn schwangere Frauen während einer Ultraschall-Untersuchung nicht mit Schmerzen zu rechnen brauchen, kann es doch sein, dass die vaginale Untersuchung oder das Auftragen des kühlen Gels auf den Bauch als unangenehm empfunden werden.
Warum werden Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt?
Die drei Ultraschall-Untersuchungen, die im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt werden, dienen dem Arzt dazu
- den Verlauf der Schwangerschaft,
- die Lage des Kindes
- sowie die Entwicklung und Versorgung des Kindes
zu überprüfen und zu überwachen. Außerdem kann mittels Ultraschall eine Mehrlingsschwangerschaft festgestellt und der voraussichtliche Geburtstermin ermittelt werden. Alle Ergebnisse dokumentiert der Arzt im Mutterpass.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann es notwendig sein, mehr als drei Ultraschall-Untersuchungen durchzuführen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn
- die Schwangere Blutungen hat
- es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt
- vermutet wird, der Fötus könnte für sein Alter zu groß oder zu klein sein
- vermutet wird, dass die Schwangere zu viel oder zu wenig Fruchtwasser hat
- das Risiko einer Frühgeburt besteht
- die Schwangere unter Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Krankheiten leidet
Von den Ultraschall-Untersuchungen zur Schwangerschaftsvorsorge müssen die Ultraschall-Untersuchungen zur pränatalen Diagnostik unterschieden werden. Dabei handelt es sich um
- die Dopplersonographie: Sie wird durchgeführt, wenn es in einem der Screenings Auffälligkeiten gab. Sie dient dazu, den Blutfluss in den Gefäßen und die Entwicklung des Herzens zu untersuchen
- den Organultraschall (Feinultraschall): Die Untersuchung wird eingesetzt, um mögliche Fehlbildungen an Gliedmaßen und Organen des Kindes zu erkennen
- den Nackentransparenz-Test: Hierbei wird die Nackenfalte (Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Nackens des Ungeborenen) gemessen. Die Untersuchung gibt Hinweise auf eine mögliche Chromosomenabweichung, zum Beispiel das Down-Syndrom
Auch die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sowie die Chorionzotten-Biopsie, zwei weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik, werden mit Ultraschall überwacht.
Risiken und Grenzen einer Ultraschall-Untersuchung
Die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind werden sowohl bei der vaginalen Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall als „gering“ eingestuft.
Der Aussagekraft von Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft sind jedoch Grenzen gesetzt. Der Geburtstermin kann beispielsweise nur in den ersten sechs bis zwölf Schwangerschaftswochen relativ sicher bestimmt werden. Eine genauere Untersuchung der kindlichen Organe ist erst etwa ab der 19. Schwangerschaftswoche möglich.
Liegt das Kind in einer ungünstigen Position oder ist die Schwangere übergewichtig, kann die Ultraschall-Aufnahme nicht deutlich auf dem Bildschirm abgebildet werden und Fehlinterpretationen sind möglich.
Treten bei einer Ultraschall-Untersuchung im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorge Auffälligkeiten auf, so sind oft weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik notwendig, um genauere Erkenntnisse über eine mögliche Erkrankung des Kindes zu erhalten.
Alternativen zur Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft
Alternativ zur Bestimmung des Geburtstermins eines Kindes mittels einer Ultraschall-Untersuchung gibt es noch die Möglichkeit, den voraussichtlichen Geburtstermin anhand des ersten Tages der letzten Menstruation zu berechnen.
Gegen Ende der Schwangerschaft kann der Arzt die Lage des Kindes auch durch Abtasten des Bauchs der Schwangeren ermitteln.
Triple-Test
Die für den Triple-Test entnommene Blutprobe wird im Labor analysiert
Beim Triple-Test handelt es sich um eine Blutuntersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik. Der Arzt bestimmt dabei die Konzentrationen des Alpha-Fetoproteins (AFP) und der Hormone Östriol und Humanes Chorion-Gonadotropin (hCG) im Blut der Schwangeren. Diese drei (triple=dreifach) Werte setzt er zum Alter der Frau und ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte in Beziehung.
Allgemeines zum Triple-Test
Diese Berechnung gibt an, ob für sie ein höheres oder geringeres Risiko als bei einer durchschnittlichen Schwangeren im gleichen Alter besteht, ein Kind mit einer Chromosomenstörung, insbesondere Trisomie 21, oder einem offenen Rücken (Spina bifida, Neuralrohrdefekt) zu bekommen.
Der Triple-Test liefert eine erste Risikoabschätzung und kann Schwangeren dabei behilflich sein, zu entscheiden, ob eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) oder eine weitere Untersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik durchgeführt werden soll. Da der Test häufig falsche Prognosen liefert und als unzuverlässig gilt, wird er heute nur noch selten angewendet.
Wann und wie wird der Triple-Test durchgeführt?
Der Triple-Test wird zwischen der 14. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Der Arzt nimmt der Schwangeren hierfür Blut ab. Zur Auswertung werden die Proben anschließend in ein Labor weiter gegeben. Das Risiko wird für jede Frau individuell unter Berücksichtigung persönlicher Faktoren ermittelt. Mit den Testergebnissen kann nach wenigen Tagen gerechnet werden.
Was wird untersucht und was sagen die Werte aus?
Beim Triple-Test wird die Konzentration eines Eiweiß (Protein) und zweier Hormone im Blut der Schwangeren ermittelt.
- Das Alpha-Fetoprotein wird unter anderem in der Leber des Ungeborenen gebildet und über seine Nieren ins Fruchtwasser ausgeschieden. Es ist auch im Blut der Schwangeren nachweisbar. Wenn der Körper des Ungeborenen nicht ganz von Haut umschlossen ist, wie das bei einem Neuralrohrdefekt oft der Fall ist, enthalten Blut und Fruchtwasser mehr Alpha-Fetoprotein als gewöhnlich. Bei einer Chromosomenstörung (Trisomie 21) liegt der Eiweißwert in beiden Flüssigkeiten unterhalb der Norm.
- Die Vorstufen des Hormons Östriol werden von den Nebennieren und der Leber des Ungeborenen gebildet. Sie werden in der Plazenta in Östriol umgewandelt. Das Hormon ist auch im Blut der Mutter nachweisbar und reichert sich im Verlauf der Schwangerschaft dort immer weiter an. Wenn das Kind an einer Chromosomenstörung leidet, ist die Konzentration des Hormons im Blut der Mutter verringert.
- Das Hormon hCG (Humanes Chorion-Gonadotropin) wird bereits wenige Tage nach Befruchtung der Eizelle im Körper der Frau gebildet. Ein erhöhter hCG-Wert im Blut der Frau lässt auf das Down-Syndrom (Trisomie 21) schließen. Liegt der Wert unterhalb der Norm, kann dies ein Anzeichen für das Edwards-Syndrom (Trisomie 18) sein.
Das Testergebnis ergibt sich nicht direkt aus den gemessenen Werten. Stattdessen wird für jede Frau ein individuelles Risiko für eine mögliche Erkrankung ihres Kinds ermittelt. In die Berechnung fließen außerdem das Alter und Gewicht der Frau und die Dauer der Schwangerschaft mit ein. Zur Risikoabschätzung muss der Arzt auch wissen, ob die Schwangere bereits ein Kind mit Down-Syndrom geboren hat.
Risiken und Störfeinflüsse: Viele Faktoren verfälschen die Prognose
Es gibt verschiedene Faktoren, welche die Konzentration der Hormone oder des Eiweißes im Blut beeinflussen und das Ergebnis des Triple-Tests verfälschen können. So sind beispielsweise die Werte aller drei Stoffe bei einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Daneben kann die Konzentration des hCG erhöht sein, wenn die Frau Raucherin oder Vegetarierin ist. Weitere Störeinflüsse sind:
- eine falsche Berechnung der Schwangerschaftsdauer
- ein gestörtes Wachstum des Ungeborenen
- eine Gestose
- eine Nierenerkrankung der Schwangeren
- eine Diabeteserkrankung der Schwangeren, die mit Insulin behandelt wird
- Übergewicht der werdenden Mutter
- eine Funktionsstörung der Plazenta
Die Treffsicherheit des Triple-Tests wird als „mittel“ eingestuft. Es lassen sich etwa 70 von 100 erkrankten Kindern ausfindig machen. Unter 100 gesunden Kindern werden fünf bis sechs fälschlicherweise für Down-Kinder gehalten. Wird der Test bei Frauen durchgeführt, die älter als 35 Jahre sind, findet der Test mehr betroffene Kinder als bei jüngeren Frauen.
Durch das Ergebnis des Triple-Tests kommt es bei werdenden Eltern möglicherweise unnötig zu starken Verunsicherungen. Da der Test keine Diagnose liefert, kann nur eine weiterführende Untersuchung, beispielsweise eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese), Klarheit über die Gesundheit des Ungeborenen liefern.
Alternativen zum Triple-Test
Neben dem Triple-Test gibt es zur Risikobewertung noch zwei weitere Bluttests im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Je nachdem wie viele Faktoren zur Berechnung herangezogen werden, spricht man vom Double-Test (zweifach) oder Quadruple-Test (vierfach).
Der Triple-Test wird heute nur noch selten angewendet. Er wurde vom Ersttrimesterscreening verdrängt, da diese Untersuchung zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt werden kann und besser dazu geeignet ist, Chromosomenanomalien zu entdecken. Im Screening werden knapp 90 Prozent der Trisomien erkannt.
Als Suchtest auf einen offenen Rücken (Spina bifida, Neuralrohrdefekt) wird die Messung des Alpha-Fetoproteins jedoch nach wie vor empfohlen. Der Blutspiegel des Eiweiß kann aber auch unabhängig vom Triple-Test bestimmt werden.
Sitz der Schwangerschaft
Wichtigster Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung ist es, den Sitz der Schwangerschaft festzustellen. Dies geschieht bei der ersten Vorstellung der Schwangeren bei der Ärztin.
Jede Schwangerschaft beginnt mit einer außerhalb der Gebärmutter liegenden Phase. Erst einige Tage nach der Befruchtung im Eileiter wandert das Ei in die Gebärmutter, nistet sich dort ein und ist im Ultraschall in der fünften bis sechsten Schwangerschaftswoche erkennbar.
In etwa 1,1% aller Schwangerschaften kann sich die Eizelle auch an unterschiedlichen Orten außerhalb der Gebärmutter einnisten, so z.B. in den Eileitern, den Eierstöcken, dem Gebärmutterhals und der Bauchhöhle. Eine Schwangerschaft, bei der sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, nennt man extrauterine Schwangerschaft (EU).
Nabelschnurpunktion (Chordozentese, Cordozentese)
Im Rahmen einer Nabelschnurpunktion können dem Ungeborenen beispielsweise Medikamente verabreicht werden
Die Nabelschnurpunktion (auch Chordozentese oder Cordozentese) ist ein Untersuchungs-Verfahren der pränatalen Diagnostik. Nach einem Einstich in die Bauchdecke der Frau wird eine kleine Menge Blut aus einer Vene der Nabelschnur des ungeborenen Kinds entnommen und untersucht. Bei einigen Erkrankungen des Ungeborenen werden über die Nabelschnur auch Blut oder Medikamente in den Kreislauf des Kinds gebracht. Die Nabelschnurpunktion wird mit Ultraschall überwacht.
Vorbereitung und Ablauf einer Nabelschnurpunktion
Zunächst bestimmt der Arzt im Rahmen einer Ultraschall-Untersuchung die Lage des Ungeborenen und des Mutterkuchens (Plazenta). Dann legt er eine geeignete Stelle für den Einstich fest und desinfiziert die Bauchdecke. Eine örtliche Betäubung ist für den Eingriff, der nur wenige Minuten dauert, normalerweise nicht notwendig. Unter Ultraschallkontrolle durchsticht der Arzt anschließend die Bauchdecke und schiebt die dünne Nadel zum Ansatz der Nabelschnur weiter. Er sticht die Nabelvene an und entnimmt aus ihr etwa zwei Milliliter kindliches Blut. Die Untersuchungsergebnisse liegen bereits nach ein bis drei Tagen vor.
Nach der Nabelschnurpunktion sollten Frauen sich noch etwa 30 Minuten liegend ausruhen und auch den restlichen Tag schonen. Am besten ist es, auch noch am Folgetag schwere körperliche Arbeit oder sportliche Aktivitäten zu vermeiden oder sich für die Arbeit krankschreiben zu lassen. Am Tag nach der Nabelschnurpunktion wird ein Termin zur Kontrolluntersuchung angesetzt. Wenn nach der Untersuchung keine Komplikationen auftreten, so sind eine Woche später in der Regel wieder Sport oder auch Flugreisen erlaubt.
Wann wird eine Nabelschnurpunktion durchgeführt?
Eine Nabelschnurpunktion wird etwa ab der 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt, wenn genauere Untersuchungen zum Schwangerschaftsverlauf gewünscht sind oder das Ungeborene bei einer bestehenden Erkrankung behandelt werden muss.
Die Nabelschnurpunktion wird angewendet
- wenn es bei der Organdiagnostik zu einem auffälligen Ergebnis bei der Ultraschalluntersuchung kam.
- wenn Chromosomenstörungen erkannt werden sollen.
- wenn das Kind an einer Infektion erkrankt ist und Erreger oder Antikörper nachgewiesen werden sollen.
- wenn ein Verdacht auf Blutgruppenunverträglichkeit des Ungeborenen besteht.
- wenn ein Verdacht auf Blutarmut (Anämie) des Kinds vorliegt.
- zur Kontrolle nach einer Fruchtwasserpunktion (Amniozentese), bei der die Untersuchungsergebnisse nur schwer gedeutet werden können.
Außerdem können Ärzte dem Kind über die Nabelschnur Medikamente, beispielsweise bei einer Herzerkrankung, verabreichen. Über die Nabelschnur sind auch Bluttransfusionen zur Behandlung einer Blutarmut möglich.
Komplikationen und Risiken: Fehl- und Frühgeburten, Blutungen, Blutergüsse
Das Risiko einer Nabelschnurpunktion ist unter anderem davon abhängig, wie erfahren der behandelnde Arzt ist und welcher Grund zur Untersuchung vorliegt. Nach einer Nabelschnurpunktion kommt es bei etwa fünf bis sieben von 1.000 Schwangeren wegen Blutungen, Wehen oder Fruchtwasserabgang zu einer unerwünschten Fehl- oder Frühgeburt. In sehr seltenen Fällen kann es zu Blutergüssen an der Nabelschnur oder zu Blutungen kommen.
Es kann vorkommen, dass die Blutprobe nicht mit dem ersten Einstich entnommen werden kann. In diesem Fall muss der Arzt eine zweite Punktion durchführen. Soll eine Erkrankung des Kinds durch die Gabe von Medikamenten oder mittels Bluttransfusionen geheilt werden, sind möglicherweise auch mehr als eine Nabelschnurpunktion notwendig.
Alternativen
Neben einer Nabelschnurpunktion können zur Erkennung von Chromosomenabweichungen beim Ungeborenen auch die Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) oder Chorionzotten-Biopsie durchgeführt werden. Muss das Ungeborene wegen einer Erkrankung mit Medikamenten versorgt werden, ist es unter Umständen auch möglich, Medikamente über die Mutter zu verabreichen.
Ultraschall: Messdaten – Sonodaten
Hier können Sie Ihre Ultraschallwerte und das Gewicht Ihres Kindes mit Durchschnittswerten vergleichen. Bitte bedenken Sie, dass die Werte individuell abweichen können und dies nicht immer ein Grund zur Beunruhigung ist. Besprechen Sie die Werte mit Ihrem Frauenarzt.
Abürzungen
BPD: Biparietaler Durchmesser
Fe: Femurlänge
AU: Abdomenunmfang
KU: Kopfumfang
ATD: Abdomino-Transversaler Durchmesser
APD: Anterior-Posterior Durchmesser
Ausführliche Erklärungen zu den verschiedenen Messdaten finden Sie hier.
| SSW | Gewicht (g) | BPD (mm) | Fe (mm) | AU (mm) | KU (mm) | ATD (mm) | APD (mm) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 12 | - | 17 | 8 | - | 79 | - | - |
| 13 | - | 21 | 11 | 75 | 91 | 21 | 19 |
| 14 | - | 25 | 14 | 88 | 108 | 24 | 23 |
| 15 | - | 29 | 17 | 100 | 115 | 27 | 26 |
| 16 | 146 | 32 | 20 | 115 | 128 | 31 | 29 |
| 17 | 181 | 36 | 23 | 124 | 144 | 34 | 33 |
| 18 | 223 | 39 | 25 | 133 | 154 | 37 | 36 |
| 19 | 273 | 43 | 29 | 147 | 167 | 40 | 39 |
| 20 | 331 | 46 | 31 | 159 | 182 | 44 | 42 |
| 21 | 398 | 50 | 34 | 167 | 192 | 47 | 46 |
| 22 | 478 | 53 | 36 | 176 | 202 | 50 | 49 |
| 23 | 568 | 56 | 39 | 190 | 217 | 54 | 52 |
| 24 | 670 | 59 | 42 | 202 | 228 | 57 | 55 |
| 25 | 785 | 62 | 44 | 206 | 235 | 60 | 59 |
| 26 | 913 | 65 | 47 | 223 | 251 | 63 | 62 |
| 27 | 1055 | 68 | 49 | 233 | 263 | 67 | 65 |
| 28 | 1210 | 71 | 52 | 246 | 275 | 70 | 68 |
| 29 | 1379 | 73 | 54 | 252 | 285 | 73 | 72 |
| 30 | 1559 | 76 | 56 | 256 | 288 | 76 | 75 |
| 31 | 1751 | 78 | 59 | 278 | 301 | 80 | 78 |
| 32 | 1953 | 81 | 61 | 283 | 301 | 83 | 81 |
| 33 | 2162 | 83 | 63 | 299 | 313 | 86 | 85 |
| 34 | 2377 | 85 | 65 | 302 | 317 | 90 | 88 |
| 35 | 2595 | 87 | 67 | 315 | 326 | 93 | 91 |
| 36 | 2813 | 89 | 68 | 322 | 332 | 96 | 95 |
| 37 | 3028 | 91 | 70 | 331 | 337 | 99 | 98 |
| 38 | 3236 | 92 | 71 | 336 | 337 | 103 | 101 |
| 39 | 3435 | 93 | 73 | 350 | 346 | 206 | 104 |
| 40 | 3619 | 94 | 74 | 366 | 354 | 106 | 108 |

