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Beschwerden in der Schwangerschaft

Verstopfung

Zum Vorbeugen gegen Verstopfung empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Ernährung

Zur Vorbeugung gegen Verstopfung empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Ernährung

Verstopfung (Obstipation) ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom für verschiedene Störungen oder Krankheiten. Man unterscheidet die vorübergehende, akute Verstopfung und die chronische Verstopfung, die länger als drei Monate anhält. Eine Verstopfung liegt vor, wenn es weniger als zwei Mal pro Woche zum Stuhlgang kommt. Häufig ist diese seltene Entleerung beschwerlich und wird deshalb von Pressen begleitet.

Definition von Verstopfung

Seltener Stuhlgang ist nicht automatisch eine Verstopfung. Wie häufig Stuhlentleerung stattfindet und wie viel dabei ausgeschieden wird, ist individuell und unter anderem abhängig von Art und Menge der Speisen. Findet der Stuhlgang aber sehr selten statt (seltener als zwei Mal pro Woche) und wird die Menge des Stuhls als zu gering empfunden, spricht man von einer Verstopfung.

Etwa drei Mal so viele Frauen wie Männer leiden in Deutschland unter Verstopfung. Dabei nimmt die Häufigkeit mit zunehmendem Lebensalter zu.

Welche Ursachen hat Verstopfung?

Eine häufige Ursache für Verstopfung sind Veränderungen im Tagesrhythmus, wie sie etwa auf Reisen oder auch bei Stress vorkommen. Auch ballaststoffarme Kost oder eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr sowie geringe körperliche Aktivität können dazu führen, dass die Verdauung gestört wird und eine Verstopfung auftritt. Bei Änderung dieser Ursachen normalisiert sich der Stuhlgang in der Regel schnell wieder. Auch das Reizdarm-Syndrom (Colon iritabile) ist ein häufiger Auslöser von Verstopfung.

Eine plötzlich auftretende Verstopfung kann aber auch ein Hinweis auf ein mechanisches Hindernis im Darm sein, beispielsweise durch Tumoren. Deshalb ist es immer ratsam, bei akuter Verstopfung einen Arzt aufzusuchen, wenn als Auslöser der Verstopfung keine Änderung der Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten in Frage kommt.

Weitere Ursachen von Verstopfung sind:

  • Medikamente (z.B. Antidepressiva)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Analfissur
  • Schwangerschaft
  • Kaliummangel
  • Essstörungen
  • psychische Probleme

Verstopfung äußert sich durch seltenen, beschwerlichen Stuhlgang

Neben einem seltenen und beschwerlichen Stuhlgang (weniger als zwei Mal pro Woche) treten bei Verstopfung häufig noch weitere Beschwerden auf:

  • Völlegefühl
  • aufgetriebener Bauch
  • gefühlte unvollständige Darmentleerung nach dem Stuhlgang
  • schwere Entleerung mit Blockadegefühl
  • besonders harter Stuhl

Wie wird eine Verstopfung diagnostiziert?

Bei einem Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) wird der Arzt vor allem nach Art bzw. Konsistenz des Stuhls sowie nach der Häufigkeit des Stuhlgangs fragen. Eine beschwerliche Entleerung ist ein typisches Anzeichen für Verstopfung und der Hinweis darauf hilfreich bei der Diagnose. Nach Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil wird ebenfalls gefragt.

Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Schließmuskel und Rektum untersucht werden. Dabei tastet der Arzt den Darm mit einem oder zwei Fingern von innen und außen ab. Diese Untersuchung wird zwar häufig als unangenehm empfunden, bei Entspannung ist sie aber schmerzlos.

Findet sich bei der Tastuntersuchung von Schließmuskel und Rektum noch keine Ursache für die Verstopfung, folgen weitere Untersuchungen:

  • Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Enddarmspiegelung (Sigmoidoskopie)
  • Ultraschall-Untersuchung des Bauchs

Wie wird Verstopfung therapiert?

Die Behandlung der Verstopfung richtet sich nach der ursächlichen Störung oder Erkrankung. Sind Medikamente die Ursache, werden diese wenn möglich abgesetzt oder durch andere ersetzt, organische Erkrankungen werden individuell behandelt.

Änderung der Ernährungsgewohnheiten

Um die Verstopfung an sich zu lindern, eignen sich eine Reihe von Maßnahmen. In erster Linie ist es ratsam, die Ernährung umzustellen. Ballaststoffreiche Kost und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Verdauung. Bei häufigem Sitzen ist als Ausgleich körperliche Bewegung wichtig, um zu verhindern, dass es zu einer Darmträgheit kommt.

Medikamente: Abführmittel

Meist reicht eine Umstellung der Lebensweise aus, um Verstopfung zu lindern. Abführmittel (Laxantien) können kurzfristig helfen. Unter Abführmitteln versteht man verschiedene Wirkstoffe, die für eine schnellere Verdauung sorgen. Die Einnahme von Laxantien eignet sich nur zur kurzzeitigen Therapie, da eine dauerhafte Anwendung zu Nebenwirkungen wie Durchfall (Diarrhöe) und Mineralstoffmangel führt.

Wie verläuft Verstopfung?

Die Prognose von Verstopfung ist abhängig von der Ursache. Meist lässt sie sich jedoch durch Umstellung der Ernährungsweise in den Griff bekommen. Da starkes Pressen langfristig zu Hämorrhoiden oder Analfissuren führen kann, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn sich die Verstopfung nach einiger Zeit nicht legt.

Wie kann man Verstopfung vorbeugen?

Da eine falsche Ernährungsweise eine der Hauptursachen für Verstopfung ist, lässt sich ihr häufig durch eine richtige Ernährung vorbeugen. Diese beinhaltet eine ballaststoffreiche Kost. Ballaststoffe sind vor allem in Vollkornprodukten enthalten. Wichtig ist auch die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Um einen trägen Darm zu aktivieren, eignet sich in erster Linie Sport; vor allem bei sonst überwiegend sitzenden Tätigkeit.

Vererbung und Erbkrankheiten

Gleiche oder ähnliche körperliche Merkmale (z.B. Haarfarbe, Krankheiten) oder psychische Eigenschaften, die bei Vorfahren und Nachkommen auftreten, können an die Kinder vererbt werden.

Funktionsweise
Im Kern jeder menschlichen Zelle liegen dicht gepackt die Informationen über den Bauplan eines jeden individuellen Menschen und die Funktionsweisen seines Körpers. Der Bauplan des gesamten menschlichen Erbguts, die Gene, sind in jeder menschlichen Zelle hinterlegt. Etwa 100.000 Gene liegen aufgereiht auf den Chromosomen. In normalen menschlichen Körperzellen sind die Gene auf 46 Chromosomen verteilt, die sich paarweise anordnen. Je ein Chromosom eines Paares stammt von der Mutter, das andere vom Vater. 22 Paare, die Autosomen, sind bei Mann und Frau gleich. Das 23. Chromosomenpaar, die Gonosomen (Geschlechtschromosomen), bestimmen das Geschlecht des Menschen. Das weibliche Gonosomenpaar besteht aus zwei x-förmigen Chromosomen, das männliche aus einem X-Chromosom und einem Y-Chromosom.

Damit das zukünftige Lebewesen bei der Vereinigung von Ei- und Samenzellen ebenfalls nur 46 Chromosomen enthält, machen die Keimzellen bei ihrer Reifung eine sogenannte Reduktionsteilung durch, bei der der Chromosomensatz halbiert wird. So haben alle Ei- und Samenzellen bei der Befruchtung nur 23 Chromosomen.

Die weiblichen Keimzellen sind alle gleich. Bei den männlichen Keimzellen hingegen gibt es Samenzellen mit X-Chromosomen und andere mit Y-Chromosomen. Das Geschlecht eines Kindes ist davon abhängig, welche der Samenzellen zur Befruchtung kommt. Trifft ein Y-Chromosom auf eine Eizelle, entsteht die Anlage für einen Jungen, verschmelzen Eizelle und X-Chromosom, wächst ein Mädchen (siehe Abbildung oben).

Die Zellkerne von Frauen enthalten immer zwei X-Chromosomen, eins vererbt von der Mutter und das andere vom Vater. Zellkerne von Männern enthalten ein X-Chromosom, vererbt von der Mutter, und ein Y-Chromosom, vererbt vom Vater (siehe Abbildung links). Das gesamte Erbgut, mit Ausnahme der Geschlechtschromosomen bei Männern, ist somit doppelt vorhanden.

Genetische Erkrankungen
Bestimmte Abweichungen vom regulären Aufbau, in der Form und Anzahl der Chromosomen, stören den Bauplan der Zellen und verursachen schwerwiegende Erkrankungen. Die Veranlagungen zu manchen genetischen Erkrankungen treten recht häufig auf, während andere sehr selten sind. Eine genetisch bedingte Krankheit kann bereits in der frühen Embryonalentwicklung spontan auftreten oder aber von einem Elternteil an den Nachwuchs weitergegeben worden sein. Viele genetische Erkrankungen manifestieren sich früh im Leben, andere erst sehr spät.

Kommt es zu einer Veränderung eines Gens oder wird ein verändertes Gen von den Vorfahren vererbt, gibt es normalerweise noch eine gesunde Kopie auf dem zweiten Autosom. Wie Krankheiten vererbt werden, ob sich die Krankheiten durchsetzen oder “nur” als Anlage vererben, ist davon abhängig, ob sich die Merkmale dominant oder rezessiv vererben.

Wenn in einer Familie Fälle einer Krankheit bekannt sind, die vererbt werden kann, wird mit Hilfe der Genanalyse bei den Eltern oder auch beim Kind nach dem veränderten Gen gesucht. Vor einer Genanalyse werden die Eltern durch einen Spezialisten genetisch beraten.

Es gibt aber auch Chromosomenschäden, die nicht vererbt werden, sondern durch eine fehlerhafte Zellteilung zustande kommen. Bis auf wenige Ausnahmen sind Chromosomenschäden nicht mit dem Leben vereinbar und führen – von einigen Ausnahmen abgesehen – meist schon früh in der Schwangerschaft zum Abort. Der bekannteste Chromosomendefekt, der durch eine fehlerhafte Teilung der Chromosomen zustande kommt, ist das Down-Syndrom.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass bis zu fünf Prozent der Weltbevölkerung von genetisch bedingten Krankheiten betroffen sind.

Dominante/Rezessive Vererbung

Gleiche oder ähnliche körperliche Merkmale (z.B. Haarfarbe, Krankheiten), die bei Vorfahren und Nachkommen auftreten, aber auch psychische Merkmale oder Krankheiten können vererbt werden. Das gesamte Erbgut ist in den Körperzellen doppelt vorhanden – mit Ausnahme der Geschlechtschromosomen bei Männern.

Sicherheitskopie in den Chromosomen
Kommt es zu einer Veränderung eines Gens oder wird ein verändertes Gen von den Vorfahren geerbt, dann gibt es normalerweise noch eine gesunde Kopie auf dem zweiten Chromosom. Dennoch wird unter bestimmten Umständen eine Krankheit vererbt. Es gibt Krankheiten, die in jedem Fall zum Ausbruch kommen, andere Krankheiten jedoch können die Träger an ihre Kinder weitervererben, ohne selbst krank zu werden. Wie Krankheiten vererbt werden und ob sich die Krankheiten durchsetzen oder “nur” als Anlage vererben, ist abhängig davon, ob die Merkmale dominant oder rezessiv vererbt werden.

  • Dominante Merkmale treten immer in Erscheinung.
  • Rezessive Merkmale werden von dominanten Eigenschaften verdeckt, treten aber dennoch manchmal durch weitere Vererbung in Erscheinung.

Ein defektes rezessives Gen wird in der Regel von einem dominanten verdeckt. Sind jedoch beide Eltern Träger einer rezessiv vererbbaren Krankheit, besteht bei jedem Kind eine Möglichkeit, dass es beide rezessiven Gene oder keines von beiden erbt. Darüber hinaus kann das Kind das defekte Gen an seine eigenen Nachkommen weitergeben.

Ausnahmen bei den Geschlechtschromosomen
Liegt ein defektes Gen, welches eine Krankheit hervorruft, auf einem Geschlechtschromosom, dann gibt es Ausnahmen von der dominanten oder rezessiven Vererbungsweise: Wenn das Merkmal auf dem Y-Chromosom liegt, wird die Krankheit in jedem Fall auftreten und weitervererbt werden, da es in den Zellen kein zweites Y-Chromosom gibt.

Liegt bei einem Jungen ein Defekt auf dem X-Chromosom vor, wie z.B. bei der Duchenne-Muskeldystrophie, so muss das defekte X-Chromosom des betroffenen Jungen von der Mutter stammen, denn vom Vater hat er ja das Y-Chromosom geerbt.

Regeln bei der Bluterkrankheit
Die Bluterkrankheit ist eine X-chromosomal-rezessiv erbliche Blutgerinnungsstörung. Das von der gesunden Mutter (= Überträgerin) stammende Merkmal tritt bei 50% der Söhne, jedoch bei keiner Tochter (von denen aber 50% Überträgerinnen sind) in Erscheinung. Bei Frauen ist das Merkmal nur sichtbar, wenn das Gen auf beiden X-Chromosomen vorhanden ist. Die Bluterkrankheit wird durch die nicht erkrankenden Frauen (Überträgerinnen) der Bluterfamilien auf die Söhne vererbt.

Beim X-chromosomal-dominanten Erbgang wird das Merkmal vom Vater immer auf seine Töchter, nie jedoch auf seine Söhne übertragen, da das X-Chromosom bei Männern immer von der Mutter stammt.

Übelkeit und Erbrechen

Auch wenn die schwangerschaftsbedingte Übelkeit gemeinhin als “morgendliche Übelkeit” bezeichnet wird, kann sie zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. Meist wird es Schwangeren zwar direkt nach dem Aufstehen übel, doch bei manchen Frauen hält der Brechreiz den ganzen Tag über an. Die schwere Form, das unstillbare Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum), muss behandelt werden; die leichteren Symptome klingen meist am Ende des vierten Monats von allein ab.

Ungefähr ein Drittel der Schwangeren ist von Beginn der Schwangerschaft> an von Übelkeit und Erbrechen betroffen. Ursache kann ein niedriger Blutzuckergehalt sein.

Was Sie selbst tun können:

  • Nehmen Sie häufiger kleine Mahlzeiten ein.
  • Essen Sie schon morgens im Bett ein paar Kekse oder Zwieback mit (Kräuter-)Tee.
  • Kauen Sie immer wieder Mandeln, Sonnenblumenkerne und Nüsse, bis ein geschmackloser Brei im Mund entsteht, dies bindet die Säure im Magen.
  • Kauen Sie rohe Haferflocken – das hat einen ähnlichen Effekt und bindet die Säure im Magen.
  • Probieren Sie Lavendelwickel auf den Magen (12 Tropfen Lavendelöl auf 1 l Wasser).
  • Trinken Sie Tee aus geriebener Ingwerwurzel.
  • Die Ingwerwurzel hilft generell, in beliebiger Forum zubereitet.

Frauen, die schon zu Beginn der Schwangerschaft Sport treiben, haben weniger mit der Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen als andere. Mediziner vermuten, dass Bewegung die Stoffwechselprozesse im Körper beschleunigt und dadurch die Hormonumstellungen erleichtert.

Historisches über die Übelkeit am Morgen
Geburtsvorbereitende Akupunktur

Bei Übelkeit: Ingwertee

Ingwer-Tee
Als Mittel gegen die unangenehme Übelkeit, die manche Frauen während der ersten oder auch der gesamten Zeit der Schwangerschaft plagt, können Sie Ingwertee trinken.

Hier das Rezept:

Ein daumengroßes Stück Ingwer
- schälen,
- klein schneiden und
- mindestens zehn Minuten kochen (für einen intensiveren Geschmack bis 30 Minuten),
- evtl. mit Honig süßen.

Mehrmals täglich eine Tasse trinken.

Übrigens auch sehr angenehm bei Erkältungen und Kratzen im Hals!

Historisches über Übelkeit

Schon immer gab es auf der ganzen Welt Schwangere, die in den ersten Monaten der Schwangerschaft unter Übelkeit litten. In den verschiedenen Kulturen gab es unterschiedliche Hilfs- und Heilmittelchen dagegen:

Im alten Rom wurde der Saft aus Limonensaft und Zimtwasser empfohlen.

Die Engländer empfahlen
im 17.
Jahrhundert einen Sirup aus Granatäpfeln, Muskat, Aloe, Zimt, Sauerampfer und Wasser.
im 18. Jahrhundert einen Aufguss aus Pfefferminze und in schweren Fällen eine Tinktur aus Opium in Minze und Rosen- oder Zimtwasser.

Europa und USA
der 60er Jahre:
Contergan, ein Schlafmittel, dessen schwer entwicklungsschädigende Wirkung sich erst später herausstellte.
der 90er Jahre: Natron, Ingwer, Vitamin B6, trockene Kekse und Nüsse vor dem Aufstehen.

Hawaii
Ingwertee

Jamaika
Fiebergras und Rum

Japan
Umeboshi-Pflaumen

Tipps gegen Sodbrennen

Sodbrennen ist ein Problem, das Schwangere sehr häufig belastet. Es gibt kein Mittel, das allen hilft, und so haben wir für Sie Tipps unserer Leserinnen zusammengestellt.

  • halb Zitronensaft, halb Wasser trinken
  • Kopfende des Bettes höher stellen oder ein Kissen unter den Kopf legen. So kann die Säure nicht so leicht aufsteigen.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen, denn nach einem üppigen Menü ist der Druck besonders groß.
  • Möglichst fettarm essen, denn leicht Verdauliches bedrängt den Magen nicht so sehr.
  • Auf Süßigkeiten, Kaffee, Tee und Fruchtsäfte möglichst verzichten, denn sie säuern.
  • Vor dem Essen ein bis zwei Schlucke warmes Wasser trinken, das hilft dem Magen bei der Verdauungsarbeit.
  • Drei bis vier Haselnüsse, zu einem feinen Brei zerkaut und dann geschluckt, dämpfen das Brennen.
  • Eine halbe gekochte Kartoffel oder eine rohe Karotte langsam kauen, bis sich süßlicher Geschmack entwickelt, das neutralisiert die Säure.
  • Ein Teelöffel Senf nach dem Essen. Das ist sehr wirksam, warum, ist jedoch unklar.
  • Wer nichts essen mag, wenn es im Hals brennt, kann es mit Akupressur versuchen: Der Akupressurpunkt für den Magen befindet sich im Handteller, und zwar im Daumenballen. Um ihn zu finden, müssen Sie zuerst den Finger auf den Punkt legen, an dem die Handlinien Richtung Handgelenk zusammenlaufen. Dann von dort etwa einen Zentimeter Richtung Daumen gehen – das ist der Magenpunkt. Nun drücken Sie kräftig darauf, für mindestens 30 Sekunden.
  • etwas Milch trinken, das soll neutralisieren
  • geschälte Mandeln kauen, die sollen noch auf eine etwas andere Weise wirken als die Haselnüsse
  • Robinia comp. Globuli velati 20g N1 (Wala-Heilmittel): stündlich fünf Kügelchen nehmen, bis es besser wird
  • trockene Haferflocken kauen
  • Heilerde-Kapseln aus dem Reformhaus
  • Pfefferminzkaugummi kauen
  • Kaisers Natron (Drogerie) Tabletten in Sprudel auflösen und trinken
  • Maggi (!) trinken
  • Papayas (Früchte) essen, soll nachhaltiger helfen als Milch trinken
  • einen Apfel essen (geeignete Sorte finden!)
  • eine rohe (!) Kartoffel reiben, in sauberem Tuch auspressen und diesen Saft trinken
  • Brausepulver essen

Und ein kleiner Trost: Meist verschwindet das Sodbrennen nach der Schwangerschaft sofort!

Als Therapie bei:

  • Sodbrennen in Schwangerschaft

Schwangerschaftsstreifen (Striae gravidarum)

Gymnastik kann Schwangerschaftsstreifen vorbeugen

Mit der richtigen Gymnastik kann man Schwangerschaftsstreifen gezielt vorbeugen

Schwangerschaftsstreifen sind sichtbare, bläulich schimmernde Risse in der Unterhaut an Brust, Bauch, Hüfte und Gesäß. Sie treten bei 70 bis 90 Prozent aller und vor allem jüngerer Frauen während der Schwangerschaft auf.

Ursachen der Schwangerschaftsstreifen

Schwangerschaftsstreifen entstehen, wenn Hautfasern durch die schnelle Dehnung während der Schwangerschaft aufreißen oder wenn Fasern durch die Hormonumstellung gespalten werden. Ursachen für die Hautrisse sind:

  • eine körperliche Veranlagung für schwaches Bindegewebe,
  • eine Mehrlingsschwangerschaft, bei der die Haut besonders stark gedehnt wird
  • bestehendes Übergewicht und eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und
  • wenig sportliche Aktivität.

Außerdem sind Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, eher von Schwangerschaftsstreifen betroffen als Frauen, die mit ihrem ersten Kind schwanger sind.

Wo treten Schwangerschaftsstreifen auf und woran kann man sie erkennen?

Die Schwangerschaftsstreifen bilden sich an den Hautzonen, die am meisten von der Überdehnung während der Schwangerschaft betroffen sind. Besonders häufig treten sie im Untergewebe vorne am Bauch, seitlich an den Brüsten und an den Oberschenkeln auf. Jede Schwangere kann die Streifen leicht an den schmalen, rötlichen oder blauen Strichen diagnostizieren. Es handelt sich dabei um Blutgefäße, die durch die Risse hindurch scheinen. Schwangerschaftsstreifen können sich auch zu breiteren Rissen ausbilden.

Behandlung der Hautrisse

Schwangerschaftsstreifen lassen sich nicht mit Medikamenten behandeln. Sind die farbigen Hautrisse erst einmal da, können sie nicht wieder entfernt werden. Damit die Risse im Bindegewebe nicht erst entstehen, sollten Schwangere vorbeugend aktiv werden.

Verlauf: die Narben bleiben ein Leben lang

Während der Schwangerschaft sind die Dehnungsstreifen rötlich-blau gefärbt. Nach der Geburt verblasst die Färbung bis nur noch die gelblichen, grau oder weiß glänzenden Streifen sichtbar sind. Der Schaden an der Haut bleibt jedoch dauerhaft bestehen, denn die Streifen bilden sich nicht wieder zurück.

Vorbeugen: Sport, die richtige Ernährung, Körperpflege und Massagen helfen

Es gibt kein Medikament, das Schwangerschaftsstreifen verhindern kann und auch keine kosmetischen Mittel, welche die Streifen wieder zurückbilden. Daher ist es sinnvoll, bereits während der Schwangerschaft vorbeugend aktiv zu werden. Schon am Anfang der Schwangerschaft, wenn der Bauch noch nicht an Umfang zugenommen hat, kann die Haut auf die bevorstehende Ausdehnung vorbereitet werden.

  • Sport und Ernährung
    Frauen, die sich während der Schwangerschaft und auch schon davor sportlich betätigen, bekommen seltener Dehnungsstreifen als unsportliche Frauen. Geeignete Sportarten zur Vorbeugung gegen Schwangerschaftsstreifen sind beispielsweise Schwimmen oder Gymnastik. Zusätzlich sollten Schwangere auf ihr Gewicht achten, sich gesund ernähren und auch auf eine Vitamin-E-reiche Kost Wert legen. Schwangere Frauen benötigen etwa 13 mg Vitamin E pro Tag. Bei Stillenden steigt der Bedarf auf 17 mg. Besonders viel von dem Vitamin ist enthalten in Nüssen, Keimen und Ölen.
  • Körperpflege
    Weil es vor allem die Haut im Bereich der Brüste, am Bauch und am Gesäß und der Hüfte ist, die sich während der Schwangerschaft dehnt, sollte sie täglich mit einem Hautöl massiert werden. Jojobaöl, Mandelöl oder Vitamin-E-haltiges Weizenkeimöl machen die Haut elastisch, halten sie feucht und versorgen sie mit Vitaminen. Die Massage fördert außerdem die Durchblutung. Kalte Duschen kurbeln zusätzlich den Kreislauf an und straffen die Haut.
  • Massagen
    Schwangere können ihr Bindegewebe daneben durch Massagen mit feinen Trockenbürsten oder durch die Zupfmassage lockern. Bei der Zupfmassage wird die Haut an den Problemzonen mit zwei Fingern angehoben, durchgeknetet und wieder losgelassen. Ab dem dritten Schwangerschaftsmonat kann diese Massage zweimal täglich durchgeführt werden. Zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin sollten die Massagen jedoch nicht mehr zu kräftig ausfallen, da sie zu diesem Zeitpunkt Wehen auslösen könnten.

Rh-Faktor

Der Rhesus-Faktor ist eine erbliche, nachweisbare Eigenschaft der Blutgruppe, die entweder positiv oder negativ ausfällt. Rh-positiv (Rh-pos.oder D+) sind 85% der Bevölkerung, ca. 15% sind Rh-negativ (= Rh-neg. oder d- [d minus]). Ist die Mutter Rh-negativ und der Vater Rh-positiv, sind etwa 10% der Kinder aus diesen Verbindungen Rh-positiv.

Nur bei Rh-negativen Müttern
Bei der Blutuntersuchung, die Bestandteil der pränatalen Diagnostik ist, sowie bei der ersten Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung wird der Rhesus-Faktor ermittelt. Bei Rh-negativen Müttern werden weitere diagnostische Schritte erforderlich.

Ist eine Mutter mit Rh-negativem Blut mit einem Rh-positiven Baby schwanger, so kann es zu Rhesus-Unverträglichkeiten kommen. Der Körper der Rh-negativen Frau empfindet das Rh-positive Blut des Kindes als fremd und bildet Antikörper im Blut, die die fötalen Blutkörperchen angreifen können und für das Ungeborene lebensgefährlich sind.

Wenn bei der Entbindung, einer Amniozentese oder einer anderen geringfügigen Verletzung die Membran zwischen dem mütterlichem und dem kindlichem Kreislauf verletzt wird und fötales Blut in den mütterlichen Kreislauf gelangt, kann es zur Antikörperbildung gegen Rh-positive Blutkörperchen kommen.

Beim ersten Baby ist die Gefahr gering, da die Mutter wahrscheinlich zum ersten Mal mit Rh-positivem Blut in Kontakt gekommen ist und entweder keine oder nur sehr wenige Rhesus-Antikörper gebildet hat. Bei einer zweiten Schwangerschaft können diese Antikörper die Blutzellen eines zweiten Rh-positiven Kindes angreifen und für dieses Kind lebensgefährlich werden.

Der Test
Beim Antikörpersuchtest wird das Blut einer Rh-negativen Frau auf Antikörper untersucht, die sie bereits gegen eine Rh-positive Bluteigenschaft entwickelt hat. Antikörper können im Blut vorkommen, wenn bereits eine Schwangerschaft bestanden hat und dieses Kind einen positiven Rhesus-Faktor hatte, aber auch nach einem Schwangerschaftsabbruch, einer Extrauterinschwangerschaft, Fehlgeburt oder Totgeburt. Die Antikörperbildung kann durch Gabe von Anti-D Immuglobin nach der Entbindung oder Fehlgeburt verhindert werden.

Wenn der erste Test negativ ausfiel, erfolgt in der 24. bis 27. Schwangerschaftswoche eine weitere Kontrolle. Sind wieder keine Antikörper nachweisbar, wird der Mutter vorsorglich Anti-D Immunglobulin verabreicht, um eine Sensibilisierung durch möglicherweise in den Kreislauf eingeschwemmte kindliche Blutzellen zu verhindern, ebenso während jeder Schwangerschaft bei Amniozentesen, Chorionzottenbiopsien, aber auch bei Blutungen in der Frühschwangerschaft, immer nach dem zweiten Antikörpersuchtest und nach der Geburt (wenn die kindliche Blutgruppe aus dem Nabelschnurblut bestimmt wurde und wenn das Kind Rh-positiv ist).

Wenn im ersten Test bereits Antikörper nachgewiesen wurden, werden diese genauer untersucht, um festzustellen, wogegen die Antikörper sich richten. Es gibt für die Schwangerschaft ungefährliche Antikörper und für das Kind lebensgefährliche Antikörper. Je nach Art der Antikörper wird die Ärztin den Zeitpunkt weiterer Untersuchungen festlegen.

Mehr über Blutgruppen

Vererbung des Rhesusfaktors

Rhesusfaktor Vererbung

Neben dem bekannten AB0-System gibt es noch weitere Blutgruppensysteme. So z.B. das Rhesussystem.

Der Rhesus-Faktor wird durch ein Gen mit zwei Allelen (einander entsprechende Erbanlagen homologer Chromosomen) vererbt. Das zentrale Merkmal hierbei ist die Bildung eines Antigens (Rhesusfaktor) auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen (D-Antigen):

Rhesus-positive Menschen (Rh+) besitzen dieses Antigen D.
Rhesus-negative Menschen (rh-) besitzen dieses Antigen nicht, jedoch die Fähigkeit zur Bildung von Anti-D-Antikörpern.

Diese Eigenschaft wird durch zwei Allele bestimmt:

  • D – (dominant) – führt zur Antigen-D-Bildung
  • d – (rezessiv) – kein Antigen-D

Demnach können Rh-positive Personen folgende Genotypen besitzen: DD oder Dd. Rh-neagtive Personen können nur den Genotyp dd besitzen.

Testfrage 1
Kann ein Rhesusfaktor NEGATIV vererbt werden, wenn beide Elternteile den Rhesusfaktor POSITIV D haben?
Antwort: Ja.
Wenn die Mutter Rh+ ist (Genotyp Dd) und der Vater Rh+ ist (Genotyp Dd) können die Kinder (nach den Mendelschen Regeln)
zu 75% Rh+ sein ( 25% mit Genotyp DD , 50% mit Genotyp Dd) und
zu 25% Rh- sein mit dem Genotyp dd.

Testfrage 2
Wenn eine Vererbung möglich ist, geht es dann nicht auch im umgekehrten Fall (Eltern negativ/negativ, das Kind positiv)?
Antwort: Nein.
Wenn die Mutter Rh- ist (Genotyp dd) und der Vater Rh- ist (Genotyp dd) können die Kinder (nach den Mendelschen Regeln) nur Rh- sein (ebenfalls mit dem Genotyp dd).

Hyperemesis gravidarum (übermäßiges Schwangerschaftserbrechen)

 Bei Mehrlingsschwangerschaften kommt es durch die hohe hCG-Konzentration häufiger zu Hyperemesis gravidarum Bei Mehrlingsschwangerschaften kommt es durch die hohe hCG-Konzentration häufiger zu Hyperemesis gravidarum

Von einer Hyperemesis gravidarum (übermäßiges Schwangerschaftserbrechen) spricht man, wenn sich Frauen während der Schwangerschaft anhaltend mehr als fünf Mal pro Tag übergeben müssen und mehr als fünf Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Weltweit sind etwa 0,5 bis zwei Prozent der schwangeren Frauen betroffen, wobei lebensbedrohliche Formen nur noch sehr selten vorkommen.

Zwei Schweregrade der Hyperemesis gravidarum

Man kann die Hyperemesis gravidarum in zwei Schweregrade einteilen: Grad 1 zeichnet sich durch Übelkeit, Erbrechen und Krankheitsgefühl aus, Grad 2 durch einen zusätzlich gestörten Stoffwechsel, Wasser- und Mineralhaushalt.

Von einer Hyperemesis gravidarum wird die so genannte Emesis gravidarum unterschieden. Sie tritt gerade in den ersten zwölf bis 16 Schwangerschaftswochen sehr häufig auf und geht ebenfalls mit Übelkeit und Erbrechen einher. Die Beschwerden sind allerdings milder ausgeprägt und die betroffenen Frauen fühlen sich häufig besser, nachdem sie sich übergeben haben. Stoffwechselstörungen treten dabei nicht auf. Meist verschwindet diese Form der Schwangerschaftsübelkeit innerhalb der ersten 20 Schwangerschaftswochen von selbst.

Ursachen der Hyperemesis gravidarum

Bisher sind die Ursachen der Hyperemesis gravidarum nicht genau bekannt. Folgende Risikofaktoren scheinen sie aber zu begünstigen:

  • Übergewicht (Adipositas)
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Erkrankungen der äußeren Fruchthülle (so genannte Trophoblastenerkrankungen)
  • Hyperemesis gravidarum in der Vorgeschichte
  • Erstgebärende
  • Allergien in der Vorgeschichte
  • Überfunktion der Schilddrüse oder Nebenschilddrüse, Fettstoffwechselstörungen, Leberfunktionsstörungen
  • Magersucht (Anorexia nervosa) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) in der Vorgeschichte
  • Migrationshintergrund

Während einer Schwangerschaft bildet der Körper das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Chorion-Gonadotropin). Dieses Hormon scheint in höheren Konzentrationen Übelkeit und Erbrechen zu fördern. Da Mehrlingsschwangerschaften und Trophoblastenerkrankungen mit besonders hohen hCG-Spiegeln einhergehen, kommt es in beiden Fällen vermutlich auch häufiger zu einer Hyperemesis gravidarum.

Eine Verbindung zwischen einer bakteriellen Magenschleimhautentzündung und einer Hyperemesis gravidarum wird ebenfalls für möglich gehalten.

Auch Stress und Anspannung scheinen das übermäßige Schwangerschaftserbrechen zu fördern.

Symptome der Hyperemesis gravidarum

Schwangere mit einer Hyperemesis gravidarum fühlen sich meist sehr krank. Sie klagen über Übelkeit und müssen sich über den Tag und die Nacht verteilt mehr als fünf Mal übergeben. Der damit einhergehende Verlust an Nährstoffen, Elektrolyten und vor allem Flüssigkeit kann von den Frauen nicht mehr ausgeglichen werden. Sie verlieren deutlich an Gewicht und trocknen aus (Exsikkose). Letzteres kann sich durch permanenten Durst, trockene Haut und Schleimhäute, niedrigen Blutdruck oder eine sinkende Harnmenge bemerkbar machen. In fortgeschrittenen Fällen können auch Fieber und Benommenheit auftreten. Als Hinweis auf eine gestörte Leberfunktion können sich Augen und Haut gelb verfärben (Ikterus).

Diagnose der Hyperemesis gravidarum

Erste Hinweise auf eine Hyperemesis gravidarum erhält der Arzt aus der ausführlichen Befragung der Frau zur Krankheitsgeschichte und den aktuellen Beschwerden (Anamnese). Es folgt die körperliche Untersuchung, bei der insbesondere auf Zeichen der Austrocknung, wie eine trockene Zunge, stehende Hautfalten oder einen niedrigen Blutdruck mit hohem Puls geachtet wird. Zudem wird das Gewicht der betroffenen Frau bestimmt.

Der Ultraschall kann zudem Hinweise auf eine Trophoblastenerkrankung, die als Risikofaktor für die Hyperemesis gravidarum gilt, liefern.

Inwieweit der Wasser- und Mineralhaushalt sowie der Stoffwechsel, wie beispielsweise der Fettstoffwechsel, gestört sind, kann mit einer Untersuchung des Harns und des Bluts herausgefunden werden. Der Harn wird auf seine Menge, sein Gewicht und bestimmte Inhaltsstoffe wie Elektrolyte und Azeton geprüft. Azeton ist eine Säure. Sie kommt sowohl im Harn als auch im Blut vor, wenn der Körper einem längerem Hungerzustand ausgesetzt war. Im Blut werden neben Azeton unter anderem die Konzentrationen des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der Elektrolyte, des Blutzuckers (Glukose) sowie Leber- und Schilddrüsenwerte bestimmt.

Bei sehr hartnäckigem Erbrechen sollten schließlich auch andere mögliche Ursachen, wie beispielsweise eine Magenschleimhautentzündung, eine Entzündung der Leber (Hepatitis) oder der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), ausgeschlossen werden.

Therapie einer Hyperemesis gravidarum

Die Therapie einer Hyperemesis gravidarum kann ambulant erfolgen oder aber eine Aufnahme ins Krankenhaus erforderlich machen. Da die Ursachen einer Hyperemesis gravidarum bisher ungeklärt sind, konzentriert sich die Therapie in den meisten Fällen darauf, die Stoffwechselsituation zu verbessern und Beschwerden zu lindern.

Ambulante Therapie

Zunächst wird die Ernährung auf eine kohlenhydratreiche, fettarme Kost umgestellt, die auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt wird. Das Frühstück (Tee, Toast oder Zwieback) sollte die Schwangere im Bett vor dem Aufstehen zu sich nehmen. Markante Gerüche wie beispielsweise Fleischgeruch sollten umgangen werden, da diese häufig Übelkeit und Erbrechen auslösen können. Zwischen den Mahlzeiten sollte versucht werden, Flüssigkeit zuzuführen. Zudem werden so genannte Antiemetika eingesetzt. Es handelt sich dabei um Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen mildern können.

Stationäre Therapie

Bei fortgeschrittener Hyperemesis gravidarum wird die Schwangere stationär aufgenommen. Zu Beginn wird die eigene Nahrungsaufnahme komplett eingestellt. Stattdessen erhält die betroffene Frau ausreichend Flüssigkeit, Mineralstoffe und alle notwendigen Nährstoffe wie Kohlenhydrate und Aminosäuren als Infusion über die Venen. Zusätzlich werden Vitamine und Medikamente wie Antiemetika bei Bedarf verabreicht. Sobald sich die Frau nicht mehr oder nur noch wenige Male am Tag übergeben muss, kann sie langsam wieder anfangen, Nahrung zu sich zu nehmen. Häufig bessern sich auch die Beschwerden, sobald die Frau aus ihrem gewohnten Umfeld raus ist. Dies spricht für eine psychologische Komponente.

Während des gesamten Krankenhausaufenthalts sollte die betroffene Frau psychologisch unterstützt werden.

Verlauf einer Hyperemesis gravidarum

Schwere Verläufe einer Hyperemesis gravidarum mit lebensbedrohlichen Zuständen treten heute nur noch sehr selten auf. Da das schwere Schwangerschaftserbrechen über einen längeren Zeitraum auftreten und zudem sehr zehrend und belastend für die betroffenen Frauen sein kann, können sich im Verlauf Depressionen entwickeln. Suizidgedanken und auch der Wunsch nach einem Schwangerschaftsabbruch können entstehen. Die zusätzliche psychologische Betreuung ist daher sehr wichtig.

Bei länger anhaltendem Schwangerschaftserbrechen kann auch ein Vitamin-B-Mangel entstehen, der zu Kribbelmissempfindungen an den Gliedmaßen bis hin zu Bewusstseinsstörungen führen kann. Äußerst selten kann das andauernde Erbrechen auch zu Verletzungen der Lunge oder der Speiseröhre führen. Die veränderten Konzentrationen der Elektrolyte insbesondere des Kaliums können zudem Herzrhythmusstörungen begünstigen.

Durch die fehlenden Nährstoffe kann es nicht nur bei der Frau zu Mangelerscheinungen kommen. Auch das Ungeborene kann unterversorgt sein und in seinem Wachstum gebremst werden.

Kann man einer Hyperemesis gravidarum vorbeugen?

Einer Hyperemesis gravidarum kann bisher nicht vorgebeugt werden.

Body-Mass-Index (BMI)

Der Body-Mass-Index wird herangezogen, um eine Erkrankung - beispielsweise Essstörungen - festzustellen oder deren Schweregrad zu beurteilen

Der Body-Mass-Index wird herangezogen, um eine Erkrankung – beispielsweise Essstörungen – festzustellen oder deren Schweregrad zu beurteilen

Der Body-Mass-Index ist der international gebräuchlichste Wert zur Beurteilung des eigenen Körpergewichts. Er beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße und berechnet sich aus dem Körpergewicht, welches durch das Quadrat der Körpergröße geteilt wird.

BMI = Körpergewicht [kg] / Körpergröße [m] x Körpergröße [m]

Nach Einstufung der Weltgesundheitsorganisation gilt ein Erwachsener unabhängig von Alter und Geschlecht mit einem BMI

  • unter 18,5 als untergewichtig
  • zwischen 18,5 und 24,9 als normalgewichtig
  • von 25 oder darüber als übergewichtig
  • über 30 als stark übergewichtig.

Beispiel: Bei einem Gewicht von 65 Kilogramm und einer Größe von 1,68 Metern beträgt der Body-Mass-Index 23 und liegt somit im normalen Bereich. Außerdem ist der BMI abhängig vom Alter einer Person. Die optimalen BMI-Werte für die unterschiedlichen Altersgruppen sind:

Alter BMI
19 – 24 19 – 24
25 – 34 20 – 25
35 – 44 21 – 26
45 – 54 22 – 27
55 – 64 23 – 28
65 und älter 24 – 29

Der Body-Mass-Index wird herangezogen, um eine Erkrankung – beispielsweise Essstörungen – festzustellen oder deren Schweregrad zu beurteilen. Ein BMI bei oder unter 17,5 gilt als Grenzwert für eine Magersucht. Ein BMI von 30 und mehr gilt als Grenzwert für starkes Übergewicht (Adipositas). Auch Empfehlungen zur Gewichtszunahme während der Schwangerschaft orientieren sich am Body-Mass-Index.

Berechnung des BMI bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren schwankt das Verhältnis von Knochen- und Muskelmasse während des Wachstums. Daher wird bei ihnen eine Abwandlung des Body-Mass-Index zur Einschätzung des Körpergewichts genutzt. Bei der Auswertung werden Geschlechterunterschiede und Altersmerkmale berücksichtigt.

Der Index dient auch hier zur Diagnose, beispielsweise von Übergewicht und Adipositas, die zu orthopädischen und psychischen Erkrankungen sowie zu Herz-Kreislauf-Problemen führen können. Bereits 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren in Deutschland sind übergewichtig. Etwa vier bis fünf Prozent sind stark übergewichtig (adipös).
BMI-Kurve für Jungen
BMI-Kurve für Mädchen

Grenzen der Aussagekraft des Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index steht stark in Zusammenhang mit dem Körperfettanteil. Es können mit ihm keine Aussagen zur Verteilung von Fett und Muskeln im Körper oder zur allgemeinen Fitness eines Menschen getroffen werden.

Das Körpergewicht kann von genetischen Faktoren beeinflusst sein. Daher ist das individuell “richtige” Körpergewicht oft abhängig von Faktoren wie sportlicher Betätigung, Ernährung oder der Art der Berufstätigkeit.

Blutungen in der Schwangerschaft

Blutungen in der Schwangerschaft sind nichts Ungewöhnliches. Zwar bleibt die Monatsblutung während der Schwangerschaft aus, doch können während des gesamten Schwangerschaftsverlaufs mehr oder weniger starken Blutungen auftreten. Sie können harmlos sein, aber auch auf eine Erkrankung oder eine Notfallsituation hindeuten. Blutungen treten bei etwa einer von vier Frauen während der Schwangerschaft auf. In den meisten Fällen besteht jedoch keine Gefahr für die Gesundheit von Mutter und Kind.

Welche Ursachen haben Blutungen in der Schwangerschaft?

Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt einer Schwangerschaft die Blutungen auftreten, sind verschiedene Ursachen dafür möglich.

Ungefähr neun bis zehn Tage nachdem die weibliche Eizelle befruchtet wurde, bemerken mache Frauen eine leichte Blutung, die auch Nidationsblutung genannt wird. Diese Blutung dauert etwa 24 bis 48 Stunden an und ist auf die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand zurückzuführen. Der Blutverlust hierbei ist geringer als bei der normalen Menstruationsblutung.

In der Frühschwangerschaft, wenn sich der Körper noch nicht komplett hormonell umgestellt hat, kann ein Mangel an Progesteron zu Blutungen führen. Das Gelbkörperhormon sorgt in der Schwangerschaft für ein Ausbleiben der Regelblutung. Diese Art der Blutung tritt meist dann auf, wenn eigentlich die Regelblutung eingesetzt hätte und sie ist der Grund dafür, dass Frauen manchmal eine Schwangerschaft erst spät bemerken. Normalerweise sind diese Schmierblutungen gesundheitlich unbedenklich.

Da der Muttermund während der Schwangerschaft besonders gut mit Blut versorgt wird, kann es beispielsweise auch durch Untersuchungen beim Frauenarzt oder Geschlechtsverkehr zu kleinen Verletzungen der Adern kommen (Kontaktblutung), die jedoch ebenfalls meist ungefährlich sind.

Kommt es im ersten Drittel der Schwangerschaft zu Blutungen, die eventuell sogar von Unterbauchschmerzen begleitet werden, kann dies auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität) oder eine Fehlgeburt hinweisen.

Im späteren Verlauf der Schwangerschaft sind mögliche Ursachen für Blutungen beispielsweise:

  • Komplikationen mit der Plazenta (Placenta praevia, vorzeitige Plazentalösung)
  • Wucherungen in der Gebärmutter (Zervixpolypen)
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Mehrlingsschwangerschaft

Sobald Blutungen in der Schwangerschaft auftreten, sollten mögliche Ursachen auf jeden Fall rasch durch einen Arzt abgeklärt und eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen werden. Das gilt insbesondere dann, wenn Schmerzen zu den Blutungen hinzukommen und die Blutung nicht aufhört. Sind die Schmerzen sehr stark und handelt es sich um einen großen Blutverlust, sollten sich schwangere Frauen umgehend in die Notaufnahme begeben oder sich dorthin bringen lassen.

Woran erkennt man Blutungen in der Schwangerschaft?

Bei Blutungen in der Schwangerschaft kommt es zu einem mehr oder weniger starken Blutverlust. Die Stärke der Blutung reicht von fleckigen Färbungen des Ausflusses über Schmierblutungen bis hin zu sehr starkem Blutverlust. Gleichzeitig können leichte bis starke und krampfartige Schmerzen im Unterbauch oder im Rücken auftreten.

Diagnose: Untersuchung der Geschlechtsorgane und des Bluts, Ultraschall

Bei Blutungen in der Schwangerschaft untersucht der Arzt die weiblichen Geschlechtsorgane wie Schamlippenbereich, Scheide oder Gebärmutterhals um festzustellen, wo das Blut austritt. Mittels Ultraschall-Untersuchung über die Scheide oder die Bauchdecke schaut der Arzt dann, ob die Schwangerschaft intakt ist. Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann der Arzt den Wert des Schwangerschaftshormons HCG messen und so unter anderem Rückschlüsse auf eine Mehrlingsschwangerschaft, eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter oder eine Fehlgeburt ziehen.

Gelegentlich gelingt es einem Arzt nicht, einen Grund für die Blutung zu erkennen und die Schwangerschaft geht ohne Störungen weiter. Leichte Blutungen können bei manchen Frauen auch immer wieder scheinbar ohne Ursache im Verlauf der Schwangerschaft auftreten.

Wie werden Blutungen in der Schwangerschaft behandelt?

Die Therapie von Blutungen in der Schwangerschaft richtet sich nach der Ursache der Blutung. Da es sich bei den Blutungen jedoch nur um ein Symptom handelt, fällt die Behandlung unterschiedlich, je nach Ursache, aus.

Eine Nidationsblutung oder kleinere Verletzungen benötigen beispielsweise keinerlei Behandlung. Allenfalls sollte sich die Betroffene etwas Ruhe gönnen.

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kann nicht erhalten werden. Manchmal stößt der Körper den Embryo bereits nach kurzer Zeit selber ab. Falls dies nicht geschieht, muss er operativ oder medikamentös entfernt werden.

Bei einer drohenden Fehlgeburt kann der Arzt versuchen, die Schwangerschaft durch schwangerschaftserhaltende Maßnahmen, wie beispielsweise Schonung, zu verlängern. Ist eine Fehlgeburt nicht aufzuhalten oder bereits geschehen, werden Reste des Embryos und der Plazenta aus der Gebärmutterhöhle entfernt, um Infektionen zu verhindern. Dieser Vorgang wird Ausschabung (Kürettage oder Abrasio) genannt.

Blutungen, die durch eine Placenta praevia ausgelöst werden, können innerhalb kurzer Zeit sehr gefährlich werden. Die Kinder müssen meist durch Kaiserschnitt entbunden werden. Damit das Ungeborene ausreichend entwickelt ist, wird versucht, die Schwangerschaft bis mindestens zur 37. Schwangerschaftswoche zu erhalten. Zu diesem Zweck wird die schwangere Frau im Krankenhaus aufgenommen und überwacht. Sie muss Bettruhe halten und erhält Medikamente, die die Lungenreifung ihres Ungeborenen voranbringen. Löst sich die Plazenta vorzeitig ab, muss das Kind mittels Kaiserschnitt geholt werden.

Verlauf der Blutungen

Starke Blutungen und Schmerzen in einer Schwangerschaft müssen sofort behandelt werden. Andernfalls ist es möglich, dass die Beschwerden zu ernstzunehmenden Komplikationen für Mutter und Ungeborenes bis hin zum Tod führen können. Auch wenn Blutungen oftmals keine gravierende Ursache haben, können sie unter bestimmten Umständen das Ende der Schwangerschaft bedeuten.

Wie kann man Blutungen in der Schwangerschaft vorbeugen?

Blutungen in der Schwangerschaft sind nur bedingt durch das eigene Verhalten beeinflussbar. Schwangere können versuchen, Stöße und Unfälle zu vermeiden oder beim Geschlechtsverkehr etwas vorsichtiger zu sein. Während der Vorsorge-Untersuchungen in der Schwangerschaft können Frauen erfahren, ob die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei ihnen gegeben ist und ihr Verhalten entsprechend anpassen. Das heißt unter Umständen, dass sie sich bis zur Entbindung besonders schonen und auf Krankheitszeichen achten sollten.

Blutgruppe

Die Blutgruppe jedes Menschen ist ein erbliches Merkmal und unabhängig von Alter, Geschlecht und Umwelt. Sie wird von den Eltern nach den Mendelschen Gesetzen vererbt. Jeder Mensch hat zwei Blutgruppenmerkmale, von denen er eines von der Mutter und eines vom Vater ererbt hat. Es gibt die Blutgruppenmerkmale A, B und O.

Trägt die Mutter zum Beispiel die Blutgruppenmerkmale AA und der Vater die Merkmale AB, so kann jeder von Ihnen eines der eigenen Merkmale weitervererben. Das Kind kann also entweder die Blutgruppe AA oder AB haben.

Hat die Mutter AO und der Vater AB, so kann das Kind entweder die Blutgruppenmerkmale AA, AB, AO oder BO haben. Die einzelnen Merkmale werden Genotypen genannt. Obgleich insgesamt 9 verschiedene Kombinationen von Blutgruppenmerkmalen (Genotypen) möglich sind, gibt es nur vier Blutgruppen (Phänotypen), nämlich:

  • A
  • B
  • AB
  • O

Das liegt daran, dass die Blutgruppenmerkmale A und B dominant vererbt werden und das Merkmal O rezessiv. Immer wenn ein A oder B Merkmal mit dem rezessiven O Merkmal kombiniert wird, entscheidet das dominante Merkmal über den Phänotyp (= über die Blutgruppe).

Menschen mit einer AA oder AO Kombination haben die Blutgruppe A; Menschen mit einer BB oder BO Kombination haben Blutgruppe B; Menschen mit der Merkmalskombination A und B haben die Blutgruppe AB. Und nur die Menschen mit der Merkmalskombination OO haben Blutgruppe O.

Menschen mit zwei gleichen Blutmerkmalen (AA, BB oder OO), haben eine sogenannte homozygote Blutgruppe. Haben sie zwei verschiedene Merkmale (AB, AO oder BO) nennt man die Blutgruppe herterozygot.

Die Blutgruppe ist sehr wichtig für den Fall, dass man eine Blutkonserve benötigt. Daher wird die Blutgruppe anhand einer Blutgruppe im Labor getestet. Neben den Blutgruppen gibt es noch verschiedene Untergruppen und andere Blutfaktoren. Einer davon ist der Rhesusfaktor .

Blutgruppentest

Die Bestimmung der Blutgruppe wird anhand einer Blutprobe im Labor durchgeführt. Der Nachweis der Gruppen erfolgt mit Hilfe von Testseren (mit entsprechenden Antikörpern). Das bedeutet, dass die Blutgruppen bestimmt werden, indem die entsprechenden Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Blutgruppe Antikörper im Blut
A Anti-B
B Anti-A
AB keine
O Anti-A und Anti-B

Zwischen den Blutgruppen kann es zu Unverträglichkeitserscheinungen kommen. Hat die Mutter Blutgruppe 0 und das Kind die Blutgruppe A oder B, dann muss beim Neugeborenen mit einer verstärkten, eventuell behandlungsbedürftigen Gelbsucht gerechnet werden.

Neben den Blutgruppen gibt es noch verschiedene Untergruppen und andere Blutfaktoren. Einer davon ist der Rhesusfaktor.